
Kühlkette und Kleinbrauer
Hefe & Gärung
Thailands große Biere sind untergärige Lager. Die Hefe arbeitet dabei bei etwa 8 bis 12 Grad und setzt sich am Ende am Boden des Tanks ab. In einem Land mit Dauerhitze ist das nur mit Kühlanlagen möglich, nach der Hauptgärung folgt eine längere Kaltlagerung.
In der Gärung wandelt die Hefe Zucker in Alkohol und Kohlensäure um. Untergärige Hefen arbeiten langsamer und sauberer als obergärige, deshalb schmecken Lager wie Singha oder Chang klar und schlank. Das Bier reift danach kalt weiter und klärt sich, bevor es gefiltert und abgefüllt wird.
Was Kleinbrauer in Thailand lange hinderte, war kein Brauhandwerk, sondern das Recht. Nach dem Liquor Act von 1950 durfte Bier nur in einer Fabrik mit mehr als einer Million Litern im Jahr gebraut werden. Ein Brewpub, also eine Gaststätte mit eigener Brauerei, brauchte mindestens 100.000 Liter im Jahr und durfte nicht abfüllen.
Viele Craft-Brauer wichen deshalb aus und ließen ihre Rezepte im Ausland brauen, um sie dann einzuführen. Am 2. November 2022 trat eine neue Ministerverordnung zur Alkoholherstellung in Kraft. Sie ersetzte die Fassung von 2017 und strich die Pflicht, mindestens zehn Millionen Baht Kapital nachzuweisen.
2025 beschloss das Parlament eine weitere Öffnung: Das Gesetz über Gemeinschaftsalkohol, Excise Act Nr. 2 von 2568 nach buddhistischer Zeitrechnung, erleichtert kleinen Herstellern die Lizenz. Wie sich das in der Praxis auswirkt, zeigt sich erst über die nächsten Jahre. Bis dahin liegt der Markt in den Händen von Boon Rawd und ThaiBev, die ihre eigenen Brauereien, Kühlketten und Vertriebswege seit Jahrzehnten aufgebaut haben.