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Radler, Alster und Biermischgetränke: der Unterschied

Bier mit Limo

Radler, Alster und Biermischgetränke: der Unterschied

Radler ist Bier, gemischt mit Zitronenlimonade, meist etwa halb und halb. Im Norden heißt dasselbe Alster. Woher die Namen kommen, wie viel Alkohol ein Radler hat und was Russ, Diesel, Shandy und alkoholfreies Radler sind.

Was ist ein Radler und wie viel Alkohol hat er?

Ein klassischer Radler entsteht im Glas: helles Bier, meist ein Helles oder Pils, und klare Zitronenlimonade. Üblich ist ein Verhältnis von etwa eins zu eins, gesetzlich festgelegt ist es nicht. Jedes Wirtshaus und jede Brauerei mischt ein wenig anders. Der Alkohol halbiert sich bei halb und halb ungefähr. Aus einem Hellen mit 5 % vol wird so ein Getränk mit rund 2,5 % vol.

Damit ist Radler leichter, aber keineswegs alkoholfrei. Ein großer Radler enthält etwa so viel Alkohol wie ein kleines Bier. Wer Alkohol meiden will, braucht ein alkoholfreies Radler, gemischt aus alkoholfreiem Bier und Limonade. Für Kalorien gilt ebenfalls eine eigene Rechnung: Die Limonade bringt Zucker mit. Fertige Radler in Flasche und Dose unterscheiden sich darin stark, ein Blick auf die Nährwerttabelle lohnt.

In Bayern gibt es außerdem eine Variante ohne Süße. Wer im Biergarten einen sauren Radler bestellt, bekommt Bier mit Mineralwasser statt Limonade. Er schmeckt herber, trockener und näher am Bier. Auch beim süßen Radler macht die Limonade viel aus. Klare Zitronenlimonade ergibt einen hellen, spritzigen Radler, naturtrübe Limonade mit Saftanteil einen fruchtigeren und volleren. Das Bier darunter zählt ebenfalls: Ein Helles macht den Radler weich und malzig, ein Pils bringt mehr Bittere ins Glas.

Woher kommt der Name Radler?

Die bekannteste Geschichte führt in den Süden von München. Der Wirt Franz Xaver Kugler soll 1922 auf seiner Kugleralm in Oberhaching an einem heißen Tag so viele Radfahrer zu Gast gehabt haben, dass ihm das Bier ausging. Er streckte den Rest mit Zitronenlimonade und nannte die Mischung Radlermaß. So erzählt es die Legende, und das Wirtshaus pflegt sie bis heute.

Belegt ist sie nicht in allen Einzelheiten. Es gibt Hinweise, dass Mischungen aus Bier und Limonade unter ähnlichen Namen schon gut ein Jahrzehnt früher bekannt waren. Sicher ist: Der Name stammt aus der Zeit, als das Fahrrad in Bayern zum Freizeitgerät wurde, und er hat sich im ganzen Süden durchgesetzt.

Alster, Russ, Diesel und Shandy: regionale Mischungen

Im Norden Deutschlands bestellt man dasselbe Getränk als Alster oder Alsterwasser, der Name erinnert an den Hamburger Fluss. Bayern kennt außerdem den Russ, auch Russenmaß genannt: Weißbier statt Hellem, gemischt mit Zitronenlimonade. Er schmeckt durch die Weißbierhefe fruchtiger und runder als ein Radler. Wer Bier mit Cola mischt, bekommt je nach Gegend ein Diesel, ein Colabier oder ein Krefelder, mit Altbier.

Auch andere Länder mischen. In Großbritannien heißt Bier mit Limonade oder Ingwerlimonade Shandy, in Frankreich Panaché. Die Grundidee ist überall gleich: weniger Alkohol, mehr Erfrischung, ein süßlich-saurer Gegenpol zur Bittere des Biers.

Biermischgetränke aus der Flasche: Was steckt drin?

Fertig abgefüllte Radler und andere Biermischgetränke sind keine Biere im Sinne der deutschen Zutatenregeln. Sie dürfen Zucker, Säuerungsmittel, Fruchtsaft und Aromen enthalten, die in einem Bier nach Reinheitsgebot keinen Platz hätten. Deshalb steht auf der Dose meist „Biermischgetränk“. Die Spannweite reicht vom klassischen Zitronenradler über Grapefruit bis zu Mischungen mit Kräutern oder Ingwer.

Wirtschaftlich gehören sie längst zum Kern des Geschäfts. Laut Brauer-Bund kamen alkoholfreie Biere und Biermischgetränke 2025 im Handel erstmals zusammen auf mehr als 10 Prozent des Bierumsatzes. Alkoholfreie Radler tragen einen guten Teil dazu bei.

Kurz unterschieden

Radler
Helles oder Pils mit Zitronenlimonade, meist etwa 1:1, Verhältnis nicht gesetzlich fixiert. Hat Alkohol, rund halb so viel wie das Bier.
Alster
Norddeutscher Name für dieselbe Mischung aus Bier und Zitronenlimonade wie der Radler im Süden.
Russ
Weißbier statt Hellem, mit Zitronenlimonade. Durch die Weißbierhefe fruchtiger und runder als ein Radler.
Alkoholfreies Radler
Alkoholfreies Bier plus Limonade. Höchstens wenig Restalkohol, aber Zucker aus der Limonade mitrechnen.

Dazu im Lexikon

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