
Acht mit Logo
Welche Trappistenbrauereien gibt es heute?
Acht Brauereien trugen Mitte 2025 das Logo „Authentic Trappist Product“ auf ihrem Bier: Westmalle, Westvleteren, Chimay, Rochefort und Orval in Belgien, La Trappe in den Niederlanden, Tre Fontane in Italien und Tynt Meadow in England. Mehrere bekannte Namen sind in den letzten Jahren weggefallen.
Die fünf belgischen Trappistenbrauereien
Belgien bleibt das Kernland des Trappistenbiers. Die älteste noch brauende Abtei ist Westmalle in der Provinz Antwerpen, deren Brauerei seit 1836 besteht. Ihr Dubbel und ihr Tripel gelten vielen Fachleuten als Vorbilder dieser beiden Stile. Nur zwei Jahre jünger ist die Brauerei der Abtei Sint-Sixtus in Westvleteren, die ihr Bier ausschließlich auf Reservierung verkauft.
Chimay gehört zur Abtei Scourmont im Süden des Landes. Die Abtei wurde 1850 von Westvleteren aus gegründet, die Brauerei folgte 1863. Chimay ist die größte und international bekannteste Trappistenbrauerei. In der Abtei Notre-Dame de Saint-Remy bei Rochefort wird seit 1899 gebraut, vor allem dunkle, kräftige Biere.
Orval fällt aus der Reihe. Die Brauerei der Abtei Notre-Dame d'Orval besteht erst seit 1931 und bietet im Kern ein einziges Bier für den Handel an. Es wird kräftig gehopft und in der Flasche mit Brettanomyces nachvergoren, einer wilden Hefe, die mit der Zeit trockene, leicht ledrige Noten bildet. Ein junges und ein gereiftes Orval schmecken deshalb deutlich verschieden.
Gemeinsam ist den fünf belgischen Häusern, dass die Brauereien selbst meist nicht öffentlich zugänglich sind. Die Abteien bleiben Orte des Gebets. Wer das Bier frisch probieren möchte, findet bei mehreren Klöstern ein Gasthaus in der Nähe, das zur Abtei gehört oder eng mit ihr verbunden ist. Westvleteren betreibt dafür das Café In de Vrede direkt gegenüber.
Außerhalb Belgiens: La Trappe, Tre Fontane, Tynt Meadow
In den Niederlanden braut die Abtei Koningshoeven in Berkel-Enschot bei Tilburg seit 1884 unter dem Namen La Trappe. Ihre Geschichte zeigt, dass das Logo nicht auf Dauer vergeben wird. 1999 wurde es entzogen, im Oktober 2005 erneut erteilt.
Die Abtei Tre Fontane in Rom braut seit 2015. Ihr Bier enthält Eukalyptus, der auf dem Klostergelände wächst. Am jüngsten ist Tynt Meadow aus der Abtei Mount Saint Bernard in Mittelengland. Im Juni 2018 kam dort das erste englische Trappistenbier auf den Markt, ein dunkles, kräftiges Ale.
Die beiden jüngsten Mitglieder zeigen, dass die Liste auch wachsen kann. Eine Abtei kann neu hinzukommen, wenn sie eine eigene Brauerei aufbaut und die Regeln erfüllt. Beide Gemeinschaften brauen in deutlich kleineren Mengen als Chimay oder Westmalle. Ihr Bier ist deshalb außerhalb des eigenen Landes nur gelegentlich zu finden.
Welche Trappistenbiere haben ihr Logo verloren?
Die Liste ist in den letzten Jahren kürzer geworden. Der Grund liegt meist im Nachwuchsmangel der Orden. Achel in Belgien verlor das Logo im Januar 2021, nachdem die letzten Mönche gegangen waren; die Abtei wurde 2023 verkauft. In den USA stellte die Abtei Spencer im Mai 2022 ihre Bierproduktion ein.
Österreich hatte mit Engelszell ein eigenes Trappistenbier. Im Mai 2023 kündigte der Orden die Auflösung der Gemeinschaft an, im selben Jahr endete das Trappistenbier. In den Niederlanden folgte 2025 Zundert, das Ende wurde am 13. Mai 2025 angekündigt. Bier mit diesen Namen kann weiter im Handel stehen. Ein Trappistenbier mit Logo ist es dann nicht mehr.
Trappistenbier ohne Logo: Mont des Cats und Cardeña
Zwei Sonderfälle verwirren regelmäßig. Die französische Abtei Mont des Cats lässt ihr Bier seit 2011 in der Brauerei von Chimay herstellen. Das spanische Kloster Cardeña bringt seit 2016 ein Bier heraus, das ebenfalls außerhalb gebraut wird. Beide stammen aus echten Trappistengemeinschaften. Weil sie nicht im eigenen Kloster entstehen, fehlt ihnen das Logo.
Daraus erklärt sich auch eine scheinbar widersprüchliche Zahl. Die ITA zählt 15 Mitgliedsabteien, und laut ihren Angaben stellen zehn davon Bier her. Das Logo auf dem Bier tragen aber nur jene, deren Bier alle drei Regeln erfüllt. Weil sich die Lage jedes Jahr ändern kann, lohnt im Zweifel der Blick aufs Etikett: Nur das sechseckige Zeichen gibt Sicherheit.