
Karpfen und Knödel
Essen & Bierkultur
Was isst man in Südböhmen zum Bier? Auf den Tisch kommt zuerst, was das Teichland hergibt. Der Karpfen aus der Gegend um Třeboň ist hier das Festessen schlechthin, an Weihnachten wird er in Tschechien traditionell gebacken. Im Herbst werden die Teiche abgelassen und abgefischt; das Ereignis heißt výlov und zieht ganze Familien an.
Dazu passt ein helles Lager gut. Seine sanfte Bittere schneidet durch die Panade, und das weiche Malz trägt den milden Fisch. Zum Karpfen gehört Kartoffelsalat, zum Bier die Kohlensäure, die den Gaumen wieder freiräumt.
Die zweite Säule ist die deftige Küche der Wirtshäuser. Vepřo knedlo zelo, also Schweinebraten mit Knödeln und Sauerkraut, steht in Budweis wie überall im Land auf der Karte. Eine Südböhmische Spezialität ist die Kulajda, eine sämige Suppe mit Kartoffeln, Dill, Pilzen und Ei, die ebenso gut mit einem Lager harmoniert.
Eine feste Adresse für Bierliebhaber ist Masné krámy in Budweis, ein Gasthaus in den ehemaligen Fleischbänken der Altstadt. Dort zeigt sich die Hospoda-Kultur: einfache Räume, lange Tische, Kellner, die das nächste Bier ohne Fragen bringen. Man trinkt in Ruhe, und ein Halbliter hält oft länger, als Gäste von außerhalb erwarten.
Getrunken wird das große Bier mit einem halben Liter, das kleine mit drei Zehntel. In Krumau, wo die Brauerei Eggenberg seit 1991 privat geführt wird, sitzt man unter dem Schloss. Das Bier steht dort nicht für Rausch, sondern für Gesellschaft, und ein Glas hält oft den ganzen Abend.