
Zwölf Grad, hell
Bierstile
Was bedeutet „12 Grad“ bei tschechischem Bier? Gemeint ist die Stammwürze, also der Anteil gelöster Stoffe in der Würze vor der Gärung, gemessen in Grad Plato. Zwölf Grad sind nicht zwölf Prozent Alkohol, auch wenn die Zahl am Zapfhahn so aussieht. Ein solches Bier hat meist rund fünf Prozent Alkohol.
Üblich ist in Tschechien die Einteilung nach Stammwürze: das Schankbier mit etwa zehn Grad, das Lagerbier mit elf bis zwölf Grad und das Spezialbier darüber. Die Budweiser Brauereien führen alle Stufen. Samson füllt ein Zehngrädiges, zwei Lagerbiere mit elf und zwölf Grad und ein dunkles.
Das Leitbier der Region ist der Světlý ležák, das helle Lager. Ist Budweiser Budvar ein Pils? Im deutschen Sprachgebrauch sagt man oft ja, weil Pils bei uns eine Stilbezeichnung ist. Tschechisch spricht man vom hellen Lager, im Wettbewerb von Czech Premium Pale Lager.
Im Vergleich zum Pilsner gilt das Budweiser Lager häufig als runder und malziger, mit einer feineren Bittere. Das sind Geschmacksunterschiede in einem gemeinsamen Stil, keine feste Regel. Das Gegenstück ist der Tmavý ležák, das dunkle Lager, mit Röstnoten und wenig Hopfenschärfe.
Gebraut wird beides untergärig, also mit Lagerhefe und lang im Kühlen gereift. Die Stilnorm für das helle Lager reicht von 11 bis 14,7 Grad Plato und von 4,2 bis 5,8 Prozent Alkohol. Einzelne Biere können außerhalb dieser Wettbewerbsgrenzen liegen. Wer ein bestimmtes Etikett vergleichen will, sollte deshalb immer die Angaben der Brauerei lesen.
Světlý ležák (Czech Premium Pale Lager)untergärig
- Stammwürze
- 11–14,7 °P
- Alkohol
- 4,2–5,8 % vol
- Bittere
- 30–45 IBU
- Farbe
- 7–12 EBC
Goldgelb, Brot und Honig im Malz, würziger Saazer Hopfen, feine Bittere.