
Tiefbrunnen und Teiche
Wasser & Boden
Wie weich ist das Wasser in Budweis, und warum zählt das bei diesem Bier? Die Stadt liegt in einem flachen Becken, in dem Moldau und Malše über lange Zeit Sand und Ton abgelagert haben. Unter diesen Schichten sammelt sich Wasser in porösem Untergrund.
Budějovický Budvar fördert sein Brauwasser nach eigenen Angaben aus artesischen Brunnen, die rund 300 Meter tief reichen. Artesisch heißt: Das Wasser steht im Untergrund unter Druck und steigt von selbst nach oben. Das Wasser der Region gilt als weich, es enthält also wenig gelösten Kalk. Eine genaue Härte nennt die Brauerei an dieser Stelle nicht.
Für helle tschechische Lagerbiere ist das ein Vorteil. Weiches Wasser lässt die Hopfenbittere rund und fein wirken, hartes Wasser macht sie schnell ruppig. Trotzdem gilt hier wie überall: Fast alle Brauereien bereiten ihr Wasser heute auf. Der Satz „das Wasser macht den Stil“ beschreibt die Vergangenheit.
Südböhmen ist außerdem eine Teichlandschaft. Rund um Třeboň liegen Hunderte Fischteiche, viele davon schon im Mittelalter unter den Rosenbergern angelegt. Der Teich Rožmberk entstand im 16. Jahrhundert und gilt bis heute als einer der größten des Landes. Das Gebiet ist heute UNESCO-Biosphärenreservat.
Die Teiche brauen kein Bier, sie ziehen Karpfen, und beide Gewerbe gehören in Südböhmen zur selben Gegend. Sie prägen aber das Klima: Im Herbst hängt Nebel über den Dämmen, die Nächte sind früh kalt. Diese Kälte bringt die Hefe in den Lagerkellern zur Ruhe, und das Bier klärt sich langsam.