
Brunnen im Schlosspark
Wasser & Boden
Aus dem Schlosspark von Březnice kommt das Wasser für das Herold-Bier. Die Brauerei nutzt nach eigenen Angaben einen Brunnen im Park des Schlosses. Eine hölzerne Leitung von einem natürlichen Quellsammler wurde später durch Kunststoffrohre ersetzt, doch am Ursprung, dem Park und seinem Untergrund, hat sich nichts geändert.
Warum ist das für Bier wichtig? Brauwasser gibt dem Bier einen Teil seines Charakters. Weiches Wasser, also solches mit wenig gelösten Mineralstoffen, lässt die Bittere des Hopfens sauber und gerade wirken. Hartes Wasser macht dieselbe Hopfengabe rauer. Für helle böhmische Lager gilt deshalb weiches Wasser als Vorteil.
Genaue Härtewerte für die Brunnen in Březnice, Krušovice oder Velké Popovice kennt man nicht verlässlich genug, um sie zu nennen. Fest steht: Heute bereiten fast alle Brauereien ihr Wasser auf, entziehen ihm Härte oder geben gezielt Salze zu. Dass der Stil allein vom Brunnen abhängt, stimmt für das 21. Jahrhundert nicht mehr.
Die Landschaft hilft trotzdem. Mittelböhmen besteht aus Hügelland, Wäldern und Flusstälern. Südwestlich von Prag steigen die Brdy auf, ein bewaldeter Höhenzug, an dessen Rand Březnice liegt. Rund um Rakovník und Křivoklát, wo Krušovice seine Heimat hat, dehnen sich große Waldflächen aus.
Auch die Keller sind Teil der Antwort. Unter den alten Brauhäusern wie in Březnice, dessen Gebäude im Barock des Jahres 1722 entstanden, hält der Boden das Bier kühl. Untergärige Hefe arbeitet bei niedrigen Temperaturen, und lange Lagerzeit macht das Bier runder. Moderne Tanks haben diese Aufgabe inzwischen vielerorts übernommen.