
Světlý & tmavý
Bierstile
Was ist ein tschechisches Lager? Es ist ein goldgelbes, untergäriges Bier mit kräftigem Malzkörper und merklicher Hopfenbittere, das auch in der Haná und in Ostrava als Hausbier gilt, im Wettbewerbsleitfaden BJCP als Czech Premium Pale Lager geführt. Nordmähren braut es in drei Lesarten: als helles Lager, als Zehngrad-Bier und als dunkles Bier.
Im Vergleich zum deutschen Pils ist das tschechische Lager voller und runder. Die BJCP-Bandbreite für die Bittere liegt bei 30 bis 45 IBU, beim deutschen Pils bei 22 bis 40. Dazu kommt die leicht süße Malznote aus der Dekoktion, die dem deutschen Pils meist fehlt. Dieses Pils ist trockener, schlanker und nüchterner.
Die Brauereien unterscheiden nach Stammwürze: Das Zehngrad-Bier (desítka) ist leichter und süffiger, das Zwölfgrad-Bier (dvanáctka) voller und kräftiger. Beim Radegast bedeutet „správně hořké“, also „richtig bitter“, das Programm: Die Marke wirbt mit ihrer ausgeprägten Hopfenbittere.
Das Dunkle ist die zweite Säule. Tschechisches dunkles Lager verbindet Röstaromen von Malz mit der Mäßigung eines Lagerbieres. Es schmeckt nach Brotkruste und etwas Kakao und ist weit weniger bitter, als die Farbe vermuten lässt.
Wie unterscheidet sich das mährische Lager vom böhmischen aus Pilsen oder Budweis? Der Unterschied liegt eher in den Marken als in der Methode: Radegast setzt auf die Bittere, Litovel auf das Malz, und die Haná liefert die Gerste dafür. Wer genau hinschmeckt, findet im Norden oft die weichere, getreidigere Seite des tschechischen Lagers, im Revier die herbere.
Tschechisches Premium-Lager (Světlý ležák)untergärig
- Stammwürze
- 11–14,7 °P
- Alkohol
- 4,2–5,8 % vol
- Bittere
- 30–45 IBU
- Farbe
- 7–12 EBC
Goldgelb, runde Malznote, feine Kräuterbittere, cremiger Schaum.