
Půllitr & Schaum
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Wie schmeckt Bier aus Nordmähren? Ein helles Lager aus Radegast oder Litovel riecht nach Brotkruste und Kräutern, schmeckt malzig mit klarer Hopfenbittere und endet trocken bis leicht herb. Der Schaum ist dicht und haftet am Glas. Ein dunkles Bier dagegen duftet nach Röstbrot und schmeckt nach Karamell und Kakao, ohne schwer zu wirken.
Als Beispiele taugen vier Namen. Radegast (Nošovice) steht für die kräftig gehopfte Seite. Litovel zeigt die Haná-Linie mit weichem Malz. Holba aus Hanušovice im Norden und Ostravar aus Ostrava runden das Bild ab, Letzteres auch mit dem Dry Stout Kelt.
Im Wirtshaus bekommt man das Bier im Půllitr, einem Halbliterglas, meist mit Henkel. Ein Henkelglas hält die Hand vom Bier fern, damit es nicht warm wird. Kleine Biere im 0,3-Liter-Glas gibt es ebenfalls. Wer sein Lager langsam trinkt, merkt, wie sich Malz und Bittere mit steigender Temperatur im Glas verschieben.
Die richtige Temperatur liegt bei etwa sechs bis acht Grad. Zu kalt, und die Aromen verstummen. Zu warm, und die Süße des Malzes verdeckt die Bittere. Eisgekühlt schmeckt ein Lager nach wenig, deshalb lässt man es im Glas ein paar Minuten anwärmen.
Beim Zapfen kommt es auf die Schaumkrone an. Der Wirt lässt das Bier in ein nasses Glas laufen, neigt es erst und stellt es dann gerade, bis die Krone steht. Sie schützt vor Sauerstoff, hält die Kohlensäure im Bier und macht den ersten Schluck cremig.