
Talsperre & Schwarzerde
Wasser & Boden
Woher kommt das Brauwasser in Nordmähren? Für Nošovice wählte man den Standort ausdrücklich wegen der Nähe zur Bergtalsperre Morávka in den Beskiden. Das Wasser sammelt sich im Gebirge und fließt dem Werk zu, Welche Härte das Wasser genau hat, gibt die Brauerei nicht an, deshalb steht hier keine Zahl. Wasser aus Gebirgstalsperren ist allerdings meist mineralarm und damit gut für helle Lager geeignet, wie man sie in Nošovice füllt.
Brauwasser prägt jedes Lagerbier. Je weniger Mineralien es enthält, desto sanfter wirkt die Hopfenbittere und desto klarer tritt das Malz hervor. Hartes Wasser macht dieselbe Bittere kantiger, weshalb Brauereien es aufbereiten, bis es zum Stil passt.
Ganz anders ist die Haná. Sie liegt im oberen Tal der Morava, ungefähr zwischen Vyškov, Holešov und Litovel, und gilt als eine der fruchtbarsten Agrarlandschaften Tschechiens. Hier wachsen Weizen, Gerste, Zuckerrüben, Raps und Hopfen.
Der gute Boden ist der eigentliche Rohstoff des Nordens. Wo Getreide so zuverlässig reift, entstehen große Mälzereien, und wo Mälzereien stehen, wachsen Brauereien nach. Die Verbindung von Ackerbau und Brauhandwerk erklärt, warum Litovel 1893 gleich mit einer Mälzerei gegründet wurde.
Das Klima ist kontinental: kalte Winter, warme Sommer, im Frühjahr Schmelzwasser aus den Beskiden und den Sudeten. Gelagert wird heute meist in modernen Tanks. Die Brauer im Revier brauchen für ein untergäriges Bier vor allem eines, nämlich konstante Kühle über Wochen.