
Granit & Elbe
Wasser & Boden
Woher kommt das Brauwasser Ostböhmens? Aus den Bergen, die der Gegend ihre Gestalt geben. Das Riesengebirge, tschechisch Krkonoše, trägt mit der Schneekoppe (Sněžka, 1.603 Meter) den höchsten Gipfel Tschechiens, und im Gebirge entspringt die Elbe.
Das Gestein dort besteht überwiegend aus Granit und Glimmerschiefer. Solches Gestein gibt an das Sickerwasser kaum Kalk ab, deshalb gilt Quellwasser aus den Bergen in der Regel als weich. Die Härte beschreibt den Gehalt an gelösten Kalk- und Magnesiumsalzen.
Wie wirkt weiches Wasser im Bier? Es lässt die Bittere des Hopfens glatter erscheinen, während sehr hartes Wasser sie rauer macht. Bei dunklen Bieren kommt eine zweite Frage dazu. Röstmalz macht die Maische, das Gemisch aus Malzschrot und warmem Wasser, saurer, und der Brauer stimmt das Wasser darauf ab.
In Humpolec nutzt die Brauerei Bernard nach eigenen Angaben ihr eigenes Quellwasser aus der Böhmisch-Mährischen Höhe. Pardubice liegt dagegen schon in der Elbebene, weit unterhalb der Berghänge, und der Porter reift dort nach Angaben der Brauerei etwa drei Monate im Lagerkeller.
Im Hinterland von Náchod ragen die Sandsteinfelsen von Adršpach auf, eine Felsenstadt aus Türmen und engen Schluchten. Es ist dieselbe Landschaft, die den Bierstädten ihren Rahmen gibt: Berg, Fels, Fluss.
Heute bereiten nahezu alle Brauereien ihr Wasser auf, sie enthärten es oder geben gezielt Salze zu. Dass das Wasser allein den Stil macht, gilt deshalb eher für die Geschichte als für die Gegenwart.