
Mährische Gerste
Malz & Getreide
Pilsner Urquell besteht aus Gerstenmalz. Nach Angaben der Brauerei stammt es von mährischer Gerste mit wenig Eiweiß. Das ist wichtig für die Optik, denn eiweißarmes Malz liefert ein Bier, das ohne große Mühe blank und klar wird.
Gemälzt wird Gerste, indem man sie zum Keimen bringt und die Keimung dann stoppt, damit die Körner Stärke in vergärbaren Zucker umwandeln können. Danach trocknet das Getreide in der Darre. Für das Pilsner Malz wird mit indirekt erhitzter Luft gedarrt, die Körner bleiben dadurch hell und bekommen kaum Röstnoten.
Dass Pilsen so hell wurde, hat auch mit dieser Technik zu tun. Jeder Brauer vor Josef Groll kannte dunkles Malz, dessen Farbe oft vom Rauch oder vom Feuer der Darre kam. Die helle Darrung war eine Neuerung, und sie gibt dem Pils bis heute sein Strohgold.
Im Sudhaus folgt das Maischen. Die Maische ist der warme Brei aus geschrotetem Malz und Wasser. Nach Angaben der Brauerei wird für Pilsner Urquell im Dreimaischverfahren gearbeitet, bei dem dreimal ein Teil der Maische abgezogen, gekocht und wieder zurückgegeben wird. Das kostet Zeit und Energie, es gibt dem Bier Körper und eine leichte Süße im Hintergrund.
Malzaromen beschreiben Verkoster bei einem Bier aus Plzeň meist als Brotkruste und Honig. Das ist ein Gegenpol zur Bittere des Hopfens, ohne dass das Bier am Ende süß wirkt. Genau diese Balance macht den Reiz aus.