
Pils aus Böhmen
Bierstile
Was ist ein böhmisches Pils? Es ist ein helles, untergäriges Bier aus Pilsner Tradition, mit Malzkörper, Saazer Hopfen und einer Bittere, die lange nachklingt. Die Stilnorm nennt es Czech Premium Pale Lager. Tschechisch heißt es einfach ležák, also Lagerbier, und dazu gehört auch das Pilsner Bier selbst.
Wie unterscheidet es sich vom deutschen Pils? Das deutsche Pils ist meist heller und trockener, mit klarem, knappem Malzprofil. Das böhmische Pils ist goldener, hat mehr Malzsüße im Körper und eine rundere Bittere. Nach der Stilnorm liegt die Farbe zwischen 7 und 12 EBC, die Bittere zwischen 30 und 45 IBU.
Zwei Zahlen helfen beim Einordnen. Die Stammwürze gibt an, wie viel gelöster Stoff in der Würze vor der Gärung steckte, gemessen in Grad Plato. Aus ihr entsteht mit der Gärung der Alkohol. Tschechische Brauer nennen ihre Biere nach diesem Wert: Eine Zehn (desítka) hat rund 10 Grad, eine Zwölf (dvanáctka) rund 12 Grad Stammwürze.
Pilsner Urquell ist nach Angaben der Brauerei eine Zwölf mit 4,4 Prozent Alkohol. Gambrinus Original 10 ist, wie der Name sagt, eine Zehn. Beide sind helle Lagerbiere aus Pilsen, doch das eine schmeckt kräftiger und breiter, das andere schlanker und leichter.
Wichtig ist: Die Zahlen in der Tabelle sind ein Wettbewerbskorridor und keine Rezeptpflicht. Einzelne Biere können darüber oder darunter liegen. Den genauen Wert nennt immer das Etikett.
Böhmisches Pilsuntergärig
- Stammwürze
- 11–14,7 °P
- Alkohol
- 4,2–5,8 % vol
- Bittere
- 30–45 IBU
- Farbe
- 7–12 EBC
Goldgelb bis tiefgolden, Brotkruste, Saazer Würze, weiche, runde Bittere.