
Hospoda, Knödel
Essen & Bierkultur
In der Hospoda sitzt ganz Prag. Das tschechische Wort bedeutet schlicht Gasthaus, doch die Hospoda ist Stammtisch, Wohnzimmer und Nachrichtenbörse zugleich. Größere Bierhallen heißen Pivnice, dort stehen lange Holztische, an denen man sich dazusetzt, auch wenn man niemanden kennt.
Zum Bier gehört Essen, und zwar Deftiges. Vepřo knedlo zelo, Schweinebraten mit Knödeln und Sauerkraut, gilt als Nationalgericht. Das Bier schneidet das Fett, und die milde Süße des Krauts passt zu Malz. Besonders gut klappt das mit dunklem Lager, dessen Karamellton den Braten aufnimmt.
Svíčková na smetaně ist Rinderlende in einer Sahnesauce aus Wurzelgemüse, serviert mit Preiselbeeren und Knödeln. Die Sauce ist süßlich und cremig, das Bier hält dagegen mit leichter Bittere. Ein Smažený sýr, panierter, frittierter Käse, braucht ein helles Lager, das den Fettfilm im Mund löst.
Als Kneipenfutter kennt man Utopenci, in saurer Lake eingelegte Würste mit Zwiebeln, und eingelegten Hermelín-Käse. Beides ist salzig, sauer und würzig, ein Imbiss, der Durst macht und zum nächsten Bier passt. Der Name bedeutet wörtlich „die Ertrunkenen“, ein Spott, der sich im Alltag gehalten hat.
Die großen Häuser wie U Fleků mit seinen vielen Sälen und Höfen erinnern an die Bierhalle in München, nur kleinteiliger. Das Haus nennt Platz für bis zu 1.200 Gäste. Wer lieber ruhig sitzt, geht zu U Medvídků oder in die Klosterbrauerei Strahov, und wer Neues probieren möchte, besucht eine der kleineren Hausbrauereien der Stadt.