
Pils und Dunkles
Bierstile
Was ist ein böhmisches Pils? Die Stilnorm nennt es Czech Premium Pale Lager: ein untergäriges, goldgelbes Bier mit deutlicher, aber feiner Bittere, die vom Saazer Hopfen geprägt wird. Aus Saaz (Žatec) stammt der Hopfen, der es prägt. Es hat einen Malzkörper, der etwas runder und süßlicher ist als bei einem deutschen Pils, und eine kräftigere Hopfennote als ein Helles.
Der Unterschied zum deutschen Pils liegt in der Balance. Das norddeutsche Pils ist trockener, schlanker und oft herber im Abgang. Das böhmische ist voller, brotiger und im Duft würziger. Die Spannen der Stilnormen überlappen sich, deshalb findet man Biere, die eigentlich in beiden Gruppen liegen könnten.
Als zweiter Leitstil gilt das tschechische Dunkle, in der Norm Czech Dark Lager. Es ist rot- bis dunkelbraun, riecht nach Karamell und Brotkruste und ist weniger bitter, als die Farbe vermuten lässt. Röstaromen sind hier kein Ziel. Es soll mild und weich sein, ohne die Süße eines Bocks.
Wie viel Alkohol hat ein tschechisches Lager? Das böhmische Pils liegt nach der Stilnorm bei 4,2 bis 5,8 Volumenprozent, das Dunkle bei 4,4 bis 5,8. Die Stammwürze, also der Gehalt gelöster Stoffe vor der Gärung, reicht in beiden Fällen von 11 bis 14,7 Grad Plato. Aus Tschechien kennt man die Angabe in Graden: Ein „Zwölfer“ heißt zwölf Grad Stammwürze.
Beide Stile sind eigentlich einfach. Es gibt keine komplizierten Zutaten und keinen Ausschank mit besonderer Zeremonie. Die Kunst liegt darin, ein Bier zu brauen, das man in großen Mengen trinken kann, ohne dass es langweilig wird. Der Saazer Hopfen sorgt dafür, dass es auch beim dritten Glas noch Aroma hat.
Böhmisches Pilsuntergärig
- Stammwürze
- 11–14,7 °P
- Alkohol
- 4,2–5,8 % vol
- Bittere
- 30–45 IBU
- Farbe
- 7–12 EBC
Goldgelb, Brotkruste und Honig, würziger Saazer Hopfen, mittlere bis kräftige Bittere.