
Lángos und Ruinenbars
Essen & Bierkultur
Zu Gulasch, Pörkölt und Lángos trinkt man in Ungarn gern Lager. Der Lángos ist ein frittiertes Hefefladenbrot, das mit saurer Sahne und Knoblauch gegessen wird, und das kühle, schlanke Bier schneidet das Fett wie ein Spülmittel. Das gilt auch für Pörkölt, einen paprikagewürzten Fleischeintopf, bei dem Malzsüße die Schärfe abfedert.
Ein Gericht wie Gulyás wird in Ungarn als Suppe gegessen, nicht als dicker Eintopf. Das helle Lager stört dabei den Paprikageschmack nicht, sondern spült nach.
Zur Bierkultur der Stadt gehören seit gut zwanzig Jahren die Romkocsma, die Ruinenbars. Der Begriff meint Kneipen, die in verfallenen Häusern im siebten Bezirk entstanden, der nach dem Zweiten Weltkrieg und unter dem Sozialismus lange vernachlässigt blieb. Das Szimpla Kert eröffnete 2002 und zog 2004 in einen Gebäudekomplex in der Kazinczy utca, wo es noch heute steht.
Einen Brauch gibt es, den Besucher kennen sollten. Viele Ungarn stoßen mit Bier nicht an. Der Legende nach sollen österreichische Offiziere 1849 mit Bier angestoßen haben, als in Arad dreizehn ungarische Generäle hingerichtet wurden, und Ungarn gelobten daraufhin, 150 Jahre lang nicht mit Bier anzustoßen. Die Frist ist längst abgelaufen, viele halten sich trotzdem daran, jüngere meist nicht mehr. Wer mit Ungarn am Tisch sitzt, hebt das Glas deshalb am besten einfach zum Gruß, ohne es an ein anderes zu schlagen, und sagt dazu das ungarische Wort für „Zum Wohl“, egészségedre.
Im Sommer sitzt man im Sörkert, dem Biergarten, in den Hinterhöfen oder auf Terrassen am Fluss.