
Beer City, Konzerne
Region & Geschichte
Warum heißt Asheville „Beer City USA“? Der Titel geht auf eine Online-Abstimmung unter Bierfreunden zurück: 2009 lag die Stadt in den Blue Ridge Mountains gemeinsam mit Portland in Oregon vorn und gewann oder teilte den Titel danach vier Jahre in Folge. Eine offizielle Auszeichnung ist das nicht, aber die Stadt trägt den Namen bis heute stolz. Tourismusportale zählen im Stadtgebiet mehr als dreißig Brauereien bei rund 94.000 Einwohnern.
Am Anfang stand 1994 die Highland Brewing Company, gegründet von Oscar Wong und bis heute als erste Craft-Brauerei der Stadt bekannt. Craft heißt in den USA nach der Definition der Brewers Association: klein, unabhängig und mit Brauerlaubnis. Klein bedeutet höchstens 6 Millionen Barrel im Jahr, das sind rund 7 Millionen Hektoliter, und unabhängig, dass weniger als 25 Prozent der Brauerei einem Konzern gehören, der selbst kein Craft-Brauer ist.
Ab 2012 zogen Brauer aus dem Westen nach. Oskar Blues aus Colorado eröffnete in diesem Jahr einen zweiten Standort im nahen Brevard, Sierra Nevada aus Kalifornien nahm 2014 in Mills River eine Brauerei in Betrieb, und New Belgium bezog 2016 ein Gelände am Rand des River Arts District. Damit stand Bier von drei der zehn größten Craft-Brauer des Landes plötzlich vor Ashevilles Haustür.
Am 3. Mai 2017 gab Anheuser-Busch InBev den Kauf von Wicked Weed Brewing bekannt, einer Brauerei mit damals vier Standorten in Asheville. Es war die zehnte amerikanische Craft-Brauerei, die der Konzern seit 2011 übernahm. In der Szene löste das Streit aus, denn nach der Craft-Definition zählt Wicked Weed seither nicht mehr als unabhängig.
Am 27. September 2024 traf Hurrikan Helene die Region. Hochwasser überflutete Teile des River Arts District, und mehrere Brauereien standen unter Wasser. Der Wiederaufbau prägt die Szene bis heute.