
Kalt und trüb
Hefe & Gärung
Kaltes Wetter macht ein Lager nicht von selbst zum Lager, die Hefe tut es. Das Boston Lager wird mit untergäriger Hefe vergoren, die bei niedrigen Temperaturen arbeitet, meist bei etwa 8 bis 13 °C. Danach lagert das Bier mehrere Wochen kalt, bis es klar und rund schmeckt.
Harpoon IPA, Trillium und Tree House brauen dagegen obergärig. Obergärige Hefe arbeitet bei Zimmertemperatur, meist etwa 18 bis 22 °C, und gibt dem Bier Fruchtaromen mit. Die Gärung dauert kürzer als beim Lager.
Bei den trüben Bieren spielt die Hefe eine zweite Rolle. Die Brauer wählen Stämme, die viel Frucht liefern, etwa nach Pfirsich oder Birne, und lassen einen Teil der Hefe im Bier. Auch der Hopfen, der im Gärtank mitzieht, bildet mit der Hefe neue Aromen. Das Bier wird nicht gefiltert.
Gebraut wird in Edelstahltanks mit kegelförmigem Boden, in denen sich die Hefe unten sammelt und ablassen lässt. Das Bier wird danach in Dosen gefüllt, oft mit möglichst wenig Luft. Sauerstoff lässt Hazy IPA schnell altern, die Farbe wird dunkler, und der Geschmack erinnert an Pappe.
Das Boston Lager kommt zwar auch in Dosen, verträgt aber mehr Lagerzeit. Ein Hazy aus der Dose soll dagegen innerhalb weniger Wochen getrunken werden, so die Empfehlung vieler Brauereien. Deshalb tragen manche Dosen ein Abfülldatum, und viele Taprooms verkaufen frisch gebrautes Bier direkt vor Ort, bevor es lange unterwegs war.