
Hotdog, Beef, Pizza
Essen & Bierkultur
Was isst man in Chicago zum Bier? Wer die Stadt kennt, nennt zuerst den Chicago-Style Hot Dog: eine Rindfleischwurst im Mohnbrötchen, belegt mit gelbem Senf, grünem Relish, weißen Zwiebeln, Tomatenscheiben, einer Gewürzgurke, scharfen Peperoni und Selleriesalz. Ketchup gehört traditionell nicht darauf. Dazu passt ein Pale Ale, dessen Bittere die Säure der Beilagen aushält.
Ebenso typisch ist das Italian Beef. Dünn geschnittenes, im eigenen Saft gegartes Rindfleisch kommt in ein Weißbrot, oft mit eingelegtem Gemüse namens Giardiniera, das scharf und sauer ist. Die Wurzeln dieser Küche liegen auch in den Union Stock Yards, dem riesigen Schlachthof, der 1865 eröffnete und 1971 schloss. Eine IPA mit kräftiger Bittere kontert die Schärfe.
Die Deep-Dish-Pizza kommt aus der Stadt und wird in einer tiefen Form gebacken, mit Käse unten und Tomatensauce oben. Nach verbreiteter Darstellung entstand sie 1943 in der Pizzeria Uno. Daneben gibt es die dünne, in Quadrate geschnittene Tavern-Style-Pizza, die in Eckkneipen zum Bier serviert wird.
Zur Bierkultur gehört die Nachbarschaftskneipe. In Vierteln wie Logan Square liegen Brauereien und Bars Tür an Tür, im Taproom trinkt man das Bier, das nebenan gebraut wurde. Wer eine Brauerei besucht, kann auch einen Growler füllen lassen, eine Flasche mit knapp 1,9 Liter zum Mitnehmen. Und zu den Spielen der Chicago Cubs im Wrigley Field gehört seit Generationen das Bier.
Zu Süßem passt die Stärke. Ein Imperial Stout trinkt man nicht zu einem Hot Dog, sondern am Ende des Essens, zu Schokolade, Nüssen oder einem Stück Käse. Gerade wegen des hohen Alkoholgehalts nimmt man davon wenig.