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Verkosten in der Region Chicago

Pint, Snifter, Tulpe

Verkosten

Wie schmeckt ein Bier aus Chicago? Das Daisy Cutter von Half Acre riecht nach Grapefruit und Harz, im Mund kommt ein glatter, leicht brotiger Malzkörper dazu, und die Bittere bleibt freundlich im Hintergrund. Anti-Hero von Revolution Brewing geht kräftiger vor: mehr Kiefer, mehr Bittere, ein wenig Karamell. Beide Biere sind nur Beispiele für den Stil, nicht für jede Charge.

Das Bourbon County Stout ist ein anderes Erlebnis. Nach Angaben der Brauerei und vieler Verkoster dominieren Vanille, dunkle Schokolade, Rosinen und der Bourbon aus dem Fass. Es schmeckt süß, dickflüssig und wärmt im Hals, wie jedes Bier mit so viel Alkohol. Man trinkt es in sehr kleinen Mengen, am besten langsam und nicht zum Durst.

Für das Glas gilt: Die klassische amerikanische Größe ist das Pint mit 0,47 Liter (16 amerikanische Flüssigunzen), gern als Shaker-Glas mit geraden Wänden. Für eine IPA lohnt sich eine Tulpe, die Aroma sammelt. Ein starkes Stout kommt in einen Snifter, das ist ein bauchiges Glas mit engerer Öffnung, in dem man nur 0,1 bis 0,2 Liter einschenkt.

Die Temperatur verändert, was man schmeckt. Pale Ale und IPA entfalten ihr Aroma bei etwa 6 bis 8 Grad, zu kalt sind sie stumm. Ein Imperial Stout mag es deutlich wärmer, bei 10 bis 14 Grad, dann treten Schokolade, Vanille und das Holz heraus. Man lässt ein Stout also einige Minuten aus dem Kühlschrank im Glas stehen.

Gezapft wird in Chicago meist mit Kohlensäure oder einem Mischgas direkt aus dem Keg, dem Edelstahlfass. Im Taproom, dem Ausschankraum der Brauerei, schenkt man oft kleine Probierportionen aus, und viele Brauereien füllen Flaschen mit 0,355 Liter, dem amerikanischen Standardmaß. Das Einschenken folgt einer einfachen Regel: Das Glas schräg halten, den Strahl an die Wand lenken und gegen Ende aufrichten, bis eine fingerbreite Schaumkrone steht.

Dazu im Lexikon

Bier verkostenIPA: Geschichte und Geschmack
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