
Kalt, warm, Holz
Hefe & Gärung
In Golden gärt das Bier kalt. Coors braut Lagerbier, und dafür braucht es untergärige Hefe, die bei niedrigen Temperaturen arbeitet und sich am Ende der Gärung am Boden des Tanks absetzt. Solche Hefen vergären meist bei etwa 8 bis 12 Grad Celsius, langsam und ohne viel Fruchtaroma. Danach reift das Bier mehrere Wochen bei Temperaturen nahe dem Gefrierpunkt, das nennt man lagern.
In Fort Collins und in den meisten Craft-Brauereien läuft es umgekehrt. Fat Tire ist ein Ale, also ein obergäriges Bier, bei dem die Hefe oben schwimmt und bei etwa 18 bis 22 Grad arbeitet. Wärmere Gärung bringt Nebenaromen hervor, die man als fruchtig oder leicht würzig beschreibt. Die Biere sind meist schneller fertig als Lagerbiere.
Eine Besonderheit von New Belgium sind Holzfässer. Nach Angaben der Brauerei lagert dort eine große Sammlung von Foedern aus Eiche, das sind riesige stehende Fässer, die mehrere tausend Liter fassen. In ihnen reifen Biere wie La Folie, ein saures braunes Bier nach belgischem Vorbild. Im Holz leben neben der Hefe auch Milchsäurebakterien, die dem Bier seine Säure geben.
Diese Art zu reifen dauert deutlich länger als im Stahltank, oft ein Jahr oder mehr. Am Ende mischt der Brauer Fässer unterschiedlichen Alters, bis das Bier den gewünschten Geschmack trifft.
Colorado zeigt damit beide Wege nebeneinander: den kühlen Großbetrieb für das gleichbleibende Lager und die Handwerksbrauerei mit warmer Gärung und Holzlager.