
Kohle, Kalk, Flüsse
Wasser & Boden
Zwischen der Küstenebene am Delaware und den Ketten der Appalachen liegt Pennsylvania wie ein breiter Gürtel aus Hügeln, Tälern und Flüssen. Philadelphia sitzt dort, wo Schuylkill und Delaware zusammenfließen, im Osten fließt die Susquehanna, und im Hinterland liegt das Kohlerevier um Pottsville. Genau dort, im Schuylkill County, wird seit dem frühen 19. Jahrhundert Anthrazit abgebaut, eine besonders harte, saubere Steinkohle.
Was macht das Wasser mit dem Bier? Hartes, karbonatreiches Wasser betont dunkle Röstmalze und macht ein Bier runder, weiches Wasser lässt Hopfen und helle Malze klarer wirken. Das Londoner Wasser galt als karbonatreich und passte zum Porter, den Robert Hare mitbrachte. Konkrete Ionenwerte für Pennsylvania sind hier nicht belegt, deshalb bleibt es bei dieser Faustregel.
Heute spielt das Quellwasser ohnehin weniger Rolle als früher. Fast alle Brauereien bereiten ihr Wasser auf: Sie enthärten es, entfernen Salze oder setzen gezielt Mineralien zu. Ein Brauer in Philadelphia kann so nahezu jeden Wasserstil nachbauen, ohne dass ein einziger Tropfen aus Pilsen oder Burton stammt.
Auch der Boden prägt die Landschaft des Bieres. Im Südosten, rund um Downingtown und Lancaster, liegen fruchtbare Kalksteintäler mit Weiden und Äckern, im Norden und Westen steigen die bewaldeten Rücken der Appalachen an. Dort entspringen die Bäche, die Städte und Brauereien seit jeher mit Wasser versorgen.
Wichtiger ist das Klima. Die Sommer in Pennsylvania sind feucht und heiß, die Winter kalt. Vor der Kältetechnik lagerten Brauer ihr untergäriges Bier deshalb in Kellern, oft in den Hang gegraben, und holten sich Natureis aus den Flüssen. Das erklärt, warum die großen Brauhäuser des Staates fast immer an Hängen und Flussufern liegen.