
Colorado-Wasser aufbereitet
Wasser & Boden
Das Wasser für ein Bier aus San Diego kommt zum größten Teil von weit her. Um 2020 stammte etwa zwei Drittel der Versorgung der Region aus dem Colorado River, rund 20 Prozent aus lokalen Quellen, der Rest aus Nordkalifornien. Aquädukte bringen es über die Berge an die Küste.
Für Brauer ist das ein Ausgangspunkt, kein Schicksal. Sie filtern das Wasser und stellen die Mineralien neu ein. Sulfat, das oft aus Gips stammt, macht die Bittere eines IPA schärfer und den Abgang trockener. Genau diese Härte im Geschmack suchen die Brauer beim West Coast IPA.
Neu ist das Recyclingwasser. Pure Water San Diego reinigt Abwasser so weit auf, dass es als Trinkwasser taugt. AleSmith brauten damit ein Lager namens Re:Beer. Das Wasser dahinter ist kein Marketing-Gag, sondern eine Antwort auf Dürrejahre in einer Region, die kaum Regen bekommt. Die Stadt bleibt dadurch weniger abhängig von den fernen Flüssen, und die Brauer erfahren, wie viel Geschmack im Wasser selbst steckt.
Wo die Brauereien stehen, ist weniger vom Boden als vom Gewerbe bestimmt. Zwischen Escondido im Hinterland und den Küstenorten liegen Gewerbehallen, in denen Tanks Platz haben. Das Klima ist mild und fast frostfrei. Felsenkeller wie in Franken gibt es nicht, gekühlt wird technisch.
Der kühle Lagerraum ist wichtig, denn ein stark gehopftes Bier altert schnell. Die Hopfenaromen lassen innerhalb weniger Wochen nach, wenn das Bier warm steht. Viele Brauereien füllen deshalb in kleinen Mengen ab und verkaufen direkt aus dem Taproom.