
Zweizeilig und Karamell
Malz & Getreide
Bei einem Pale Ale aus Seattle bildet das Malz den ruhigen Hintergrund, vor dem der Hopfen auftritt. Die Grundlage ist helles Gerstenmalz, meist von zweizeiliger Gerste, die weniger Eiweiß und viel Stärke mitbringt. Daraus entsteht eine glatte, saubere Würze, also die zuckerhaltige Flüssigkeit, die später zu Bier vergärt.
Gemälzt wird, indem man die Gerste in Wasser einweicht und keimen lässt. Dabei bildet das Korn Enzyme, die später Stärke in Zucker verwandeln. Dann wird der Keimling in der Darre, einem Heißluftofen, getrocknet. Je höher und länger die Hitze, desto dunkler und röstiger das Malz.
Für ein amerikanisches Pale Ale kommen zum hellen Grundmalz oft kleine Mengen Karamell- oder Kristallmalz, die Farbe, Süße und einen Hauch Toffee geben. Die Stilnorm verlangt zehn bis zwanzig EBC, das ist ein Gold bis Kupfer. Ein amerikanisches IPA bleibt noch heller und trockener, damit der Hopfen nicht zugedeckt wird.
Anders als in Deutschland gibt es in den USA kein Reinheitsgebot. Amerikanisches Lagerbier, wie es Rainier einst repräsentierte, wird laut Stilbeschreibung gern mit Mais oder Reis als Beigabe gebraut und bleibt dadurch leicht und blass. Craft-Brauer wie Elysian oder Redhook greifen für ihre Spezialbiere dagegen zu Hafer, Weizen und anderen Getreiden.
Gerade bei den trüben, weichen Hazy IPAs spielen Hafer und Weizenflocken eine große Rolle für die cremige Fülle im Glas. Sie gehören nicht zu den Leitstilen von Seattle, tauchen aber in fast jeder Brauerei auf.