
Zitrus und Harz
Hopfen
Cascade-Hopfen gilt als der Duft der amerikanischen Craft-Bewegung, und die Sorte kam 1972 auf den Markt. Benannt ist sie nach dem Kaskadengebirge, das im Osten von Seattle aufragt. Sie riecht nach Grapefruit und Blüten und prägte das Pale Ale der amerikanischen Westküste.
Der Hopfen selbst wächst nicht am Puget Sound, sondern östlich der Kaskaden im trockenen Hinterland. Die USA erntete 2025 auf 17.057 Hektar rund 37.500 Tonnen, nach dem BarthHaas-Bericht, das sind etwa 40 Prozent der weltweiten Alphamenge. Alphasäure ist der Stoff, der dem Bier die Bittere gibt.
Neben Cascade stehen Centennial mit Zitrus und Blumen, Simcoe mit Kiefernharz, Citra mit Mango und Limette, Mosaic mit Beeren und Tropenfrucht sowie Amarillo mit Orange. Brauer von Elysian bis Redhook mischen sie je nach Sud wie Gewürze, und der Cascade-Hopfen bleibt dabei der Klassiker. Selten steht nur eine Sorte im Kessel, denn erst die Mischung gibt einem Bier seine eigene Handschrift.
Bittere und Aroma kommen aus verschiedenen Zeitpunkten. Hopfen, der lange kocht, gibt vor allem Bittere ab, denn die Hitze löst die Alphasäure. Hopfen, der kurz vor Ende der Kochung, im Whirlpool oder erst im Gärtank zugegeben wird, liefert Duft, weil die flüchtigen Öle dann nicht verdampfen. Das letzte Verfahren heißt Kalthopfung.
Ein amerikanisches Pale Ale liegt laut Stilnorm bei 30 bis 50 IBU, ein amerikanisches IPA bei 40 bis 70. IBU ist die Maßeinheit für Bittere. Entscheidend ist aber, wie viel Hopfen spät dazukam, denn das bestimmt, ob das Bier eher harzig-bitter oder fruchtig-duftig wirkt. Wer ein Redhook oder Elysian trinkt, schmeckt diese Entscheidung des Brauers im ersten Schluck: Bei vielen Sorten steht die Bittere vorn, bei anderen der Duft.