
Kaskaden im Hahn
Wasser & Boden
Wie hart ist das Wasser in Seattle? Sehr weich, und das ist der größte Vorteil der Brauer hier. Das Trinkwasser kommt aus zwei Flusstälern in den Kaskaden, dem Cedar River und dem South Fork des Tolt River. Den größeren Teil liefert der Cedar River.
Sein Einzugsgebiet gehört der Stadt selbst und umfasst mehr als 90.000 Acres, das sind über 36.000 Hektar. Dort darf weder gesiedelt noch Landwirtschaft betrieben werden. Deshalb gehört Seattle zu den wenigen großen Wassersystemen der USA, die ihr Wasser nicht filtern müssen.
Die Zahlen der Stadtwerke sind eindeutig. Die Gesamthärte liegt bei etwa 1,55 bis 1,73 Grain pro Gallone, die Calciumhärte bei 24 bis 26 Milligramm Calciumcarbonat je Liter. Zum Vergleich: In München, Dublin und London ist das Wasser karbonatreich, was dunkle Malze begünstigt.
Weiches Wasser ist wie ein leeres Blatt Papier. Es bringt kaum eigenen Geschmack mit und lässt Hopfen und Malz klar durchscheinen, hilft also hellen, sauberen Bieren. Wer eine kräftige, trockene Bittere will, ergänzt Mineralsalze, etwa Gips, dessen Sulfat die Hopfenbittere schärfer wirken lässt. Viele Brauer in Georgetown, Ballard und Fremont stellen ihr Wasser so für jedes Bier neu ein.
Die Landschaft liefert das Wetter dazu. Zwischen Olympic Mountains im Westen und Kaskaden im Osten liegen der Puget Sound und der Lake Washington, die Winter sind nass und mild. Von Natur aus kühle Keller im Fels gibt es nicht. Gelagert wird in gekühlten Tanks, und die Brauereien sitzen lieber in alten Werkstätten und Lagerhäusern der Stadt als in Höhlen.