
Dunkellager & Farmhouse
Bierstile
Ist Shiner Bock ein Bockbier? Dem Namen nach ja, dem Stil nach eher nicht. Die Brauerei selbst nennt es ein American-style Dark Lager. Ein deutsches Bockbier muss nach der Bierverordnung mindestens 16 Prozent Stammwürze haben, Shiner Bock bleibt in der Stärke deutlich darunter. Näher liegt das Münchner Dunkel, ein braunes, mildes Lager mit Brotkruste und leichter Röstnote.
Der Name stammt aus der Bock-Zeit der Einwanderer: Bock hieß im Süden des deutschen Sprachraums das starke Bier im Frühjahr. In Texas wurde daraus eine Marke für ein dunkles Alltagsbier. Wer das Bier nach deutschem Maßstab einordnet, schreibt Dunkel auf das Etikett. Der Geschmack bestätigt das: Röstbitterkeit und Schärfe, die ein Bock hätte, fehlen. Es geht um Milde, nicht um Wucht, und deshalb passt es zu langen, heißen Nachmittagen besser als ein schwerer Doppelbock.
Der zweite Leitstil des Hill Country kommt aus Belgien und Frankreich: das Farmhouse Ale, nah verwandt mit dem Saison. Es ist obergärig, trocken, fruchtig-würzig und oft hell. Der Name erinnert an Bauernhöfe in Wallonien, wo man im Winter für die Erntehelfer des Sommers braute. Texas hat solche Höfe, aber andere Hefen und ein anderes Klima. Jester King macht daraus einen Hausstil mit Wildhefen und Brunnenwasser.
Der Unterschied zwischen beiden Welten ist groß. Das dunkle Lager ist glatt, sauber und ruhig, das Farmhouse Ale lebendig, trocken und manchmal überraschend. Beide haben etwas mit Heimat zu tun, das eine mit der Herkunft der Siedler, das andere mit dem Land selbst.
Münchner Dunkeluntergärig
- Stammwürze
- 11,9–13,8 °P
- Alkohol
- 4,5–5,6 % vol
- Bittere
- 18–28 IBU
- Farbe
- 33–55 EBC
Braun, Brotkruste, mildes Malz, wenig Hopfen. Dem Shiner Bock verwandt.