
Chuflay und Saice
Essen & Brauchtum
Wie trinkt man Singani? In Bolivien am häufigsten als Chuflay. Ein Schuss Singani kommt in ein hohes Glas, dazu Ginger Ale und eine Scheibe Limette oder Zitrone; manche nehmen stattdessen Sprite oder 7-Up. Die Legende erzählt, britische Ingenieure hätten beim Bau der Bahn Gin mit Ginger Ale getrunken und griffen zum Singani, als der Gin ausging. Der Name soll vom englischen Short Fly stammen.
Wer in Tarija isst, begegnet der Küche der Chapacos, wie die Einwohner heißen. Das Saice chapaco gilt als das typischste Gericht der Stadt: ein scharf gewürzter Eintopf mit Fleisch und Kartoffeln. Auch der Picante de pollo, scharf gewürztes Huhn, soll in Tarija und Cochabamba entstanden sein.
Zu solch kräftigen Gerichten passt der Singani, weil er selbst schwach würzt und die Schärfe nicht überdeckt. Im Chuflay mildern Kohlensäure und Zitrusfrische die Schärfe. Ein kleines Glas Singani pur nach dem Essen schließt die Mahlzeit mit einem Hauch Blüten ab.
Ein weiteres Gericht ist die Picana tarijeña, ein Gericht, das traditionell zu Weihnachten auf den Tisch kommt. Sie zeigt, wie sehr die Küche der Gegend von Festen lebt.
Das wichtigste Fest ist die Vendimia, die Weinlese. Im Städtchen Uriondo, das als Traubenhauptstadt Boliviens gilt, wird zum Erntefest gefeiert. Je nach Datum fällt es mit dem Karneval in Tarija zusammen. Dann ist die Stadt voller Musik, Tänze und frischem Traubensaft.