
Piscola und Papaya
Essen & Brauchtum
Was ist eine Piscola? In Chile ist es ein weit verbreitetes Mixgetränk aus Pisco und Cola gemischt. Auch der Pisco Sour ist in Chile ein Klassiker, das Dekret schreibt ihm für abgefüllte Sours aus Atacama und Coquimbo sogar mindestens 12 Grad vor. Gäste wundern sich oft, dass ein Land seinen Nationalbrand mit Cola mischt, in Chile ist das längst Alltag.
Zum Brand der Region passt Essen aus dem Norden Chiles. Aus dem Elqui-Tal stammen Papayas, die man dort in Sirup einkocht oder als Dessert isst. Am Meer in Coquimbo kommen frischer Fisch und Meeresfrüchte auf den Tisch.
Das passt aus einem einfachen Grund. Eine süße Papaya greift den Fruchtduft eines Muskat-Pisco auf, und ein Brand mit Zitrusnote steht Fisch mit Zitrone nahe.
Der Ort Pisco Elqui im Elqui-Tal hieß früher La Unión. 1936 wurde er per Gesetz Nr. 5.798 umbenannt, auf Betreiben mehrerer Abgeordneter, darunter Gabriel González Videla, der spätere Präsident. Der Namenswechsel gilt als umstritten, weil er mit Chiles Anspruch auf den Namen Pisco zusammenhängt. Das Dekret gibt Berechtigten außerdem das Recht, der Nutzung von Ortsnamen aus Atacama und Coquimbo als Marke für andere Traubenbrände zu widersprechen.
Zu den klassischen chilenischen Gerichten zählen der Pastel de choclo, ein Auflauf aus Mais, Hackfleisch und Hühnchen, und die Empanada de pino mit Rinderhack, Zwiebeln, Ei und Olive. Würzige, deftige Füllungen brauchen einen klaren, kräftigen Gegenspieler, und der Muskatduft schneidet durch das Fett.
Für die Piscola reicht ein Pisco der unteren Stufen, die Cola überdeckt Feinheiten, die ein Reservado pur zeigen würde. Eine Faustregel sagt deshalb: einfache Stufe zum Mixen, hohe Stufe fürs Nosing-Glas.