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Duft nach Muskat

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Wie schmeckt chilenischer Pisco? Zuerst riecht er nach Trauben. Wer ein Glas Pisco Especial oder Reservado an die Nase hält, findet meist Blüten, reife Weintrauben und etwas Zitrusschale, denn die Muskatsorten tragen ihre Aromen offen.

Am Gaumen bestimmt die Stufe das Bild. Ein Brand mit 35 Grad wirkt leichter und weicher, einer mit 40 oder 43 Grad fühlt sich wärmer an und trägt den Duft länger in den Abgang. Kommt Holz dazu, treten Vanille und Gewürze hinzu.

Als Beispiele dienen Namen aus dem Handel. Der Alto del Carmen Especial 35 trägt seine Stärke im Namen, der Mistral Reservado läuft mit 40 Grad, und die Genossenschaft Capel aus Vicuña füllt ebenfalls Pisco ab.

Das Glas darf klein sein. Ein Nosing-Glas oder eine Tulpe bündelt den Duft, ein offener Becher lässt ihn verfliegen. Eingeschenkt wird knapp ein Fingerbreit, und Zimmertemperatur reicht aus, weil ein gekühlter Brand die Muskataromen verschließt.

Zum Probieren hilft ein Glas Wasser daneben. Man nippt, wartet, atmet aus und merkt, wie sich der Duft im Rachen noch einmal entfaltet. Wer ein Gespür für Muskat entwickeln will, riecht vorher an einer frischen Traube oder an einem Muskateller. Der Duft ist dann wiedererkennbar.

Wer Pisco neben einen Grappa stellt, bemerkt den Unterschied sofort: Der Grappa riecht nach Trester und Schalen, der Pisco nach der Traube selbst. Auch ein Vergleich der Stufen lohnt sich. Gleiche Herkunft, drei Stärken: Mit 35, 40 und 43 Grad lässt sich nacheinander schmecken, wie viel Alkohol ein Aroma trägt und wann er es überdeckt. Auch das Etikett lohnt einen Blick, es trägt die Stufe, das Herkunftsland und, falls zutreffend, guarda oder envejecido.

Dazu im Lexikon

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