
Kaffee und Bohnen
Essen & Brauchtum
Was ist ein Rüdesheimer Kaffee? Eine Tasse starken Kaffees mit Asbach Uralt und Zucker, darauf eine Haube aus Sahne und Schokoraspeln. In der Tasse wird der Brand flambiert und gerührt, bis sich der Zucker löst; erst danach kommt der Kaffee dazu. Rüdesheim hat dafür eigene Tassen und eigene Kaffeehäuser.
Verbreitet ist die Darstellung, der Fernsehkoch Hans Karl Adam habe das Getränk 1957 als Werbeidee für Asbach Uralt erfunden. Seitdem gehört der Rüdesheimer Kaffee zur Stadt wie die Drosselgasse und das Niederwalddenkmal oberhalb der Weinberge.
Auch die Weinbrandbohnen kommen aus dem Hause Asbach. Nach Angaben der Fachpresse brachte das Haus 1924 die ersten Pralinen mit Weinbrandfüllung auf den Markt. Die kleinen Schokoladenstücke sind seither ein Mitbringsel aus dem Rheingau geblieben. Nach Darstellung der Fachpresse dachte Hugo Asbach früh darüber nach, wozu sein Weinbrand passt.
Zu Weinbrand passen Süßes und Bitteres: dunkle Schokolade, Nüsse, Sahne und Gebäck. In der hessischen Küche am Rhein steht dagegen Handkäs mit Musik auf dem Tisch, ein Sauermilchkäse mit Zwiebeln, den man eher mit Apfelwein oder Riesling verbindet als mit einem Brand.
Der Digestif nach dem Essen hat einen schlechten Ruf als Verdauungshelfer. Gemessen braucht der Magen nach Alkohol eher länger, bis er leer ist, auch nach einem kleinen Glas Brand. Das Wohlgefühl danach ist Entspannung, und genau darin liegt die eigentliche Rolle des kleinen Glases am Tisch.