
Knödel und Strudel
Essen & Brauchtum
Die Küche der Täler ist bodenständig. Zu Grappa trentina kommt zuerst etwas Deftiges auf den Tisch: Canederli, Brotknödel mit Speck oder Käse, in Brühe oder mit Butter. Dazu gibt es Strangolapreti aus Spinat und Brot, und in der kalten Jahreszeit Polenta mit Käse oder Pilzen.
Zu den Klassikern zählt Carne salada, in Salz und Gewürzen eingelegtes Rindfleisch, das dünn geschnitten roh oder kurz gegart serviert wird. Dazu passt der Trentingrana, ein Hartkäse der Provinz. Fett und Salz verlangen nach etwas, das klar und trocken den Gaumen wieder frei macht. Im Val di Non zählt der Tortel di patate, ein Kartoffelfladen, zu den Beilagen der Bergküche.
Zum Dessert liegt der Apfel nahe: Strudel di mele gehört zu den bekanntesten Süßspeisen der Provinz. Ein kleiner Distillato di mele trentino führt den Apfelton fort. Auch Zwetschgen und Birnen landen in Kuchen und Kompott. Die zugehörigen Brände Sliwovitz trentino und Williams trentino geben denselben Duft in klarer Form wieder.
Dass ein Brand nach dem Essen der Verdauung helfe, ist ein verbreiteter Glaube. Alkohol bremst die Magenentleerung eher, statt sie zu beschleunigen. Das Wohlgefühl nach einem kleinen Grappa ist Entspannung, keine schnellere Verdauung.
Das Haus Marzadro erzählt, dass Sabina Marzadro in den Anfangsjahren täglich wilde Alpenkräuter sammelte, Brennnessel, Wacholder und Latschenkiefer, und sie mit ihrer Grappa verband. Wo Wein und Brand am selben Tisch stehen, ist die Reihenfolge klar. Erst die Mahlzeit mit einem Teroldego oder Nosiola im Glas, am Ende ein kleiner Brand aus dem Trester einer solchen Rebe.
Die herbe Genziana trentina bildet den Gegenpol zu süßen Speisen wie Strudel und zu kräftigem Käse, denn ihr Bitterton schneidet die Fülle durch.