
Käse, Mais, Kirschen
Essen & Brauchtum
Zum Vorarlberger Tisch gehören Käsknöpfle, kleine Teigknödel mit Bergkäse und Röstzwiebeln, und Riebel, ein gebackener Maisgrieß, der oft mit Apfelmus gegessen wird. Beide Gerichte sind deftig, und bei so schwerer Kost wird gern ein kleines Glas Kirsch als Digestif gereicht.
Ob ein Schnaps nach dem Essen die Verdauung fördert, ist eine verbreitete Annahme. Belegt ist sie nicht, im Gegenteil: Alkohol verlangsamt die Magenentleerung. Das Gefühl der Erleichterung beruht auf Entspannung, nicht auf schnellerer Verdauung. Nach Käsknöpfle und Riebel bleibt der kleine Kirsch ein Abschluss des Essens und kein Mittel gegen die Schwere.
Wenn ein Brand dazu passt, dann wegen seiner Frische. Der klare Kirsch schneidet die Fülle des Käses, ohne mit ihm zu konkurrieren.
In Fraxern kennt man außerdem einen Brauch rund um den Kirschkern. Die Kerne werden zu Säckchen genäht, dem Kriasimann, der als Wärmekissen dient. Auch die Stiele der Kirschen werden verwendet, und zwar für Tee. Käsknöpfle entstehen aus Spätzleteig, der mit Käse geschichtet wird, Riebel aus Maisgrieß, der in der Pfanne gebacken wird. Dazu kommt die Kirschblüte als Anlass zum Wandern und die Ernte als Anlass für Arbeit im Garten. So verteilt sich das Jahr in Fraxern, wo Kirschen alles bestimmen, zwischen Blüte, Ernte und dem Brennen im Winter.
Im Frühjahr führen Einheimische durch die Kirschblüte an den Hängen von Fraxern. Aus dem, was an den Hängen wächst, entsteht in Fraxern auch das Kirschwasser.