Die kurze Antwort
Wodka kann aus vielen Rohstoffen entstehen — Getreide und Kartoffeln sind nur die bekanntesten. Ganz ohne Geschmack ist er trotzdem nicht.

Kartoffel oder Weizen sagt weniger, als man denkt
Am Ergebnis sind Gärung, Brennverfahren, Filterung und Wasser genauso beteiligt wie der Rohstoff. Aus „aus Kartoffeln“ lässt sich der Geschmack deshalb nicht ableiten. Wenn dich der Rohstoff interessiert, lies ihn auf der Flasche nach, statt ihn aus dem Herkunftsland zu schließen. Aromatisierte Sorten sind noch einmal eine eigene Gruppe.
Wodka wird absichtlich so hergestellt, dass wenig Eigencharakter bleibt: Mehrfaches Brennen und Filtern entfernen genau das, was bei anderen Spirituosen erwünscht ist. Das ist der Sinn der Kategorie und kein Mangel. Übrig bleiben feine Unterschiede im Mundgefühl.
Deshalb ist Blindprobieren hier besonders lehrreich. Ohne Etikett fällt es selbst Geübten schwer, teure von günstigen Flaschen zu unterscheiden. Bei Whisky oder Gin ist das anders.
Worauf du beim Probieren achten kannst
Nimm eine kleine Menge und achte auf drei Dinge: wie es sich im Mund anfühlt, ob du Getreide oder andere Grundnoten findest, und wie scharf der Alkohol wirkt. Eiskalt schmeckst du kaum noch etwas — vergleich also bei ähnlicher Temperatur und ähnlicher Stärke. Dass ein Wodka neutral schmeckt, ist Absicht und kein Beweis dafür, dass alle Flaschen gleich sind.

Wodka im Cocktail
Im Moscow Mule trifft er auf Limette und Ginger Beer. Im Espresso Martini stehen Kaffee und Kaffeelikör vorn. Die Bloody Mary hat eine herzhafte Tomatenbasis. Eine Vanille- oder Zitrussorte ist sinnvoll, wenn das Rezept sie nennt — neutralen Wodka ersetzt sie nicht, ohne den Geschmack zu ändern.
Was für den Einkauf zählt
Kauf nach dem, was du vorhast, nach einer verständlichen Beschreibung und nach deinem Budget. Für einen Cocktail mit kräftigen Zutaten passt oft eine andere Flasche als für eine kleine Probe pur. Am Ende zählt das fertige Getränk und nicht die Flasche.
„Siebenfach destilliert“ auf dem Etikett ist Werbung und keine Qualitätsangabe. Öfter brennen entfernt mehr, macht den Wodka also neutraler. Ob das besser ist, hängt vom Einsatz ab — in einer Bloody Mary mit kräftigen Zutaten spielt es ohnehin keine Rolle.