
Fisch, Pie, Gin
Gin & Essen
Zur Londoner Küche gehört Fish and Chips. In Backteig frittierter Fisch kommt mit dicken Kartoffelstäbchen, traditionell in Zeitungspapier serviert. Dazu passt ein trockener, zitrusbetonter Gin Tonic gut. Die Säure fängt das fettige Gericht auf.
Ein zweites Londoner Traditionsgericht ist Pie and Mash. Es besteht aus einer herzhaften Fleischpastete mit Kartoffelpüree und einer grünen Petersiliensauce namens Liquor. Die erdige Angelikawurzel im Gin trifft hier auf eine ähnlich erdige Sauce, ohne sie zu überdecken.
Für Austern, wie sie früher an vielen Londoner Straßenständen verkauft wurden, eignet sich ein Gin mit deutlicher Wacholdernote. Am besten pur oder mit wenig Tonic. Die salzige Meeresnote der Auster braucht kein süßes Gegenüber. Sie braucht nur etwas Kühles und Klares daneben.
Wichtig ist dabei die Reihenfolge: Der Gin sollte das Essen begleiten, nicht übertönen. Ein zu aromatischer, süß wirkender Gin drängt sich neben klassischem Londoner Streetfood eher in den Vordergrund. Er lässt dem Gericht dann kaum noch Raum.
Auch ein einfaches Sandwich mit geräuchertem Lachs verträgt sich mit einem milderen, zitrusbetonten Gin gut. Die Kombination bleibt leicht, ohne dass ein Geschmack den anderen erschlägt. So bleibt der Gin ein Begleiter beim Essen, kein Getränk für sich allein.
Auch ein Stück reifer Cheddar, wie er in vielen Londoner Pubs zum Bier gereicht wird, passt überraschend gut zu einem würzigeren Gin. Die kräftige Angelikanote hält der salzigen Schärfe des Käses gut stand, statt daneben zu verschwinden.