
Tomatenbrot und Fuet
Gin & Essen
Katalanisches Essen beginnt oft mit einer einfachen Geste. Eine Scheibe geröstetes Brot wird mit einer geschälten Knoblauchzehe eingerieben, dann mit einer reifen Tomate bestrichen, mit gutem Olivenöl beträufelt und leicht gesalzen. Pa amb tomàquet heißt dieses Tomatenbrot. Es steht in Katalonien auf fast jedem Tisch, zum Frühstück, als Tapa oder zur Vespertide.
Dazu kommt oft Fuet, eine dünne, luftgetrocknete Rohwurst aus Schweinefleisch, mild gewürzt mit Pfeffer, in feinen Scheiben aufgeschnitten. Zusammen mit Serrano-Schinken, Tortilla-Stücken und Oliven bildet Pa amb tomàquet mit Fuet eine typische katalanische Tapas-Runde. Schnell zubereitet, aber tief in der Alltagsküche der Region verankert.
Zu einem Gin aus Vilanova i la Geltrú passt genau diese Kombination gut, weil beide aus derselben Landschaft stammen. Die salzig-ölige Olivennote im Gin trifft auf das Olivenöl im Tomatenbrot. Der würzige Fuet trifft auf Rosmarin und Thymian im Glas, ohne dass eines das andere überdeckt.
Wichtig bleibt dabei: Gin ist hier Geschmacksbeispiel, kein Rezeptbestandteil und keine Kaufempfehlung. Es geht darum, warum ein Gin aus dieser Region neben diesem Essen überhaupt Sinn ergibt. Nicht darum, wie viel man davon trinkt oder welche Marke man wählen sollte.
Wer Pa amb tomàquet mit Fuet einmal neben einem Glas mit Olive und Rosmarinzweig probiert hat, versteht schnell, warum Vilanova i la Geltrú seinen Gin so begreift. Nicht als Import-Idee, sondern als Fortsetzung der eigenen Küche: Olive, Kräuter und Tomate kommen alle vom selben trockenen Kalkboden.