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Region & Geschichte in der Region Flensburg: Rumstadt an der Förde

Handel statt Brennerei

Region & Geschichte

Flensburg liegt am inneren Ende einer Förde, die zur Ostsee hin offen ist, und gehörte bis 1864 zur dänischen Krone. Ab 1755 segelten Schiffe der Stadt nach St. Croix, später auch nach St. Thomas und St. John, den dänischen Inseln in Westindien. Auf dem Rückweg hatten sie Zucker und Rum an Bord, dazu Baumwolle, Tabak und Farbhölzer.

Dahinter standen Plantagen, auf denen versklavte Menschen aus Afrika das Zuckerrohr anbauten, schnitten und verarbeiteten. Flensburgs Kaufmannshöfe, Zuckersiedereien und Rumhäuser lebten von dieser Arbeit unter Zwang. In den 1830er Jahren kamen von den drei Inseln mehr als eine Million Liter Rum im Jahr in die Stadt.

In der Blütezeit zählte Flensburg über 200 Rumhäuser. Das waren Händler, die das Fassgut übernahmen, lagerten, mischten und in Flaschen abfüllten. Gebrannt wurde der Rum nicht in Flensburg, sondern drüben auf den Inseln. Hier entstand das Handwerk des Verschneidens: Fässer prüfen, Partien zusammenstellen, auf Trinkstärke bringen.

Mit dem Übergang an Preußen 1864 fiel der zollfreie Rum aus den dänischen Inseln weg. So wird es meist erzählt: Die Häuser kauften nun Jamaika-Rum und verschnitten ihn mit Neutralalkohol und Wasser. Daraus wurde der Flensburger Rum-Verschnitt, der bis heute ein Begriff ist.

Zwei Häuser sind übrig geblieben. A. H. Johannsen, gegründet 1878, gilt als ältestes noch tätiges Rumhaus der Stadt, daneben besteht das Wein- und Rumhaus Braasch in der Roten Straße. Einen Herkunftsschutz gibt es weder für Flensburger Rum noch für den Rum-Verschnitt. Er ist eine deutsche Sonderbezeichnung im EU-Recht, keine geschützte Herkunft, und rechtlich kein Rum.

Dazu im Lexikon

Was Rum ist und woraus er gemacht wirdRum aus Jamaika und seine Aromen
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