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Fass & Klima in der Region Cibao: Santiago & Puerto Plata

Zweites Fassleben

Fass & Klima

In den Lagerhäusern von Puerto Plata liegen nach Branchenangaben rund 150.000 Fässer. Brugal reift seinen Rum in ehemaligen Bourbonfässern aus amerikanischer Eiche und in Sherryfässern aus europäischer Eiche. Bourbon darf in den USA nur in neuen Fässern entstehen, deshalb gelangen die gebrauchten Fässer in großer Zahl in die Rumhäuser.

Das Holz gibt dem Rum Geschmack. Amerikanische Eiche bringt vor allem Vanille, Kokos und Karamell, Sherryfässer eher Nuss, Rosine und getrocknete Früchte. Wer ein Fass nach dem anderen probiert, schmeckt deshalb oft weniger den Rum als die Geschichte des Fasses davor.

Im Cibao liegen die Fässer in der Wärme der Karibik. Dort verdunstet jedes Jahr ein Vielfaches dessen, was in Schottland verloren geht, oft um die acht Prozent. Der Rum nimmt schneller Holz auf, verliert dafür aber Volumen. Die oft genannte Rechnung, ein Tropenjahr zähle wie drei europäische, ist eine Faustregel und stimmt chemisch nicht eins zu eins.

Auf dem Etikett eines Rums, der in der EU verkauft wird, darf als Alter nur die Zeit des jüngsten Anteils stehen. Mischt ein Haus Rums von zwölf, acht und fünf Jahren, bleibt es bei fünf. Solera-Zahlen sind keine Altersangaben im Sinne des EU-Rechts, sie verraten nur den ältesten Anteil. Begriffe wie Añejo, Reserva oder Extra Viejo sind Handelsbegriffe ohne einheitliche Norm.

Bei Bermúdez reift die Reserva der Reihe Don Armando nach Handelsangaben in weißer Eiche und bekommt den letzten Schliff in französischen Fässern, die zuvor Bordeaux-Wein enthielten. Solche Zweitreifungen heißen Finish und prägen den Geschmack sichtbar, ohne dass sich das Alter auf dem Etikett ändert.

Dazu im Lexikon

Was Altersangaben beim Rum bedeutenRum richtig lagern
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Bilder mit KI erstellt · Texte KI-gestützt, redaktionell geprüft