
Kolonne statt Blase
Brennen
Zwei Kolonnen, ein Ziel: ein leichtes, sauberes Destillat, das nach der Gärung zum eigentlichen Rohstoff für alle Marken des Hauses wird. Brugal arbeitet nach Berichten mit zwei hintereinandergeschalteten Kolonnen, von denen die erste unter Unterdruck läuft. Gebrannt wird nicht in Puerto Plata, sondern in San Pedro de Macorís.
Eine Kolonne ist ein hoher Turm, in dem Dampf nach oben steigt und sich auf den Böden immer wieder niederschlägt. Der Alkohol reichert sich dabei nach oben an, schwere Aromen bleiben unten zurück. Anders als die Brennblase, die man Charge für Charge füllt, läuft die Kolonne im Dauerbetrieb.
Das Ergebnis ist ein sehr reines, fast neutrales Destillat. Es wird erst nach dem Brennen mit Wasser auf Fassstärke gebracht und dann in Eiche gelagert. Weißer Rum im spanischen Stil läuft oft zusätzlich über Aktivkohle, damit er klar und mild bleibt.
Aus diesem Destillat baut Brugal sein Programm: Extra Viejo, seit 1976 auf dem Markt, den 1888, der seit 2010 im Angebot ist, und die Sonderabfüllung Papá Andrés. Für die Mischungen sind nach Angaben des Hauses die Maestros Roneros zuständig, zurzeit Jassil Villanueva und Gustavo Ortega, die fünfte Generation der Familie.
Bermúdez in Santiago de los Caballeros erzeugt ebenfalls leichte Melasse-Rums im spanischen Stil, die man in Spanien und Lateinamerika ebenso kennt wie im Land selbst. Bekannt sind Aniversario, das Flaggschiff des Hauses, und die Reihe Don Armando, eine Mischung aus Rums, die bis zu zehn Jahre in Eichenfässern lagen.