
Erste Stadt, Zucker
Region & Geschichte
Rum aus der Dominikanischen Republik beginnt dort, wo die Neue Welt ihre erste Stadt bekam. Bartolomé Kolumbus gründete Santo Domingo 1496 am Ufer des Ozama, und die Zona Colonial zählt heute zum UNESCO-Welterbe. Das Zuckerrohr kam fast gleichzeitig: Der Überlieferung nach brachte Christoph Kolumbus 1493 auf seiner zweiten Reise Setzlinge nach Hispaniola.
Um 1516 sind auf der Insel Zuckermühlen belegt. Zuckerrohr wurde dort auf Plantagen von versklavten Menschen angebaut und verarbeitet. Ein Dekret von 1518 erlaubte die Einfuhr von 2000 Menschen aus Afrika für die Rohrfelder, 1523 folgte eine weitere Genehmigung. Rum stand damals noch nicht im Mittelpunkt. Er entstand erst später aus dem Rest der Zuckerherstellung.
Im Südosten bekam der Zucker 1848 einen neuen Schub, als in San Pedro de Macorís die Industrie anlief. Für die Ernte holte man Arbeiter von englischsprachigen Karibikinseln wie Anguilla, St. Kitts, Antigua, Nevis und Tortola. Man nannte sie abfällig „cocolos“. Ihre Nachfahren prägen die Stadt bis heute.
1929 kam der Spanier Julián Barceló nach Santo Domingo, und die Firma Barceló & Co. wird je nach Quelle auf 1929 oder 1930 datiert. Ein Hurrikan zerstörte 1930 die junge Brennerei, Barceló baute sie wieder auf. Ron Barceló gehört heute zur Grupo Barceló und kam 2024 mit 2,2 Millionen Neun-Liter-Kisten auf Rang sechs der meistverkauften Rummarken, so The Spirits Business.
Seit einigen Jahren ist „Ron Dominicano“ eine Herkunftsbezeichnung der Behörde ONAPI, nach acht Jahren Verfahren. Vergoren, gebrannt und mindestens ein Jahr im Eichenfass gereift muss der Rum im Land sein. Die beiden anderen großen Häuser, Brugal (Puerto Plata, 1888) und Bermúdez (Santiago de los Caballeros, 1852), sitzen im Norden.