
Bébélé, Blues, Karneval
Essen & Trinkkultur
Bébélé heißt die Suppe, die zu Marie-Galante gehört wie die Windmühlen. Sie wird aus Gemüse, Kutteln, Schweineschwänzen und Räucherspeck gekocht und gilt als Spezialität der Insel. Kräftiges Essen trifft hier auf einen scharfen, frischen Brand, der durch das Fett schneidet.
Zu Ostern kocht man auf Guadeloupe matété, ein Reisgericht mit Krabben, die Familien am Strand sammeln. Blaff heißt der Fisch, der in einem Sud aus Limette, Kräutern und Piment gar zieht. Für den süßen Schluss steht caca bœuf, ein Gebäck aus Kokos und Rohrsirup, das als Besonderheit von Marie-Galante gilt. Süßes wie caca bœuf verträgt sich mit gereiftem Rum, dessen Vanille und Gewürz die Kokosnote aufnehmen. Der weiße Rum bleibt dem Punsch und dem Blaff vorbehalten, wo die Limette Fisch und Rum verbindet.
Der Rum selbst erscheint am Tisch als Ti’ Punch aus weißem Rum, Limette und Rohrzucker. Das Rezept steht bei Martinique. Auf Marie-Galante kommen Fruchtpunsche dazu, Bellevue nennt Kokos, Vanille und Ananas als Geschmacksrichtungen.
Zu Pfingsten füllt sich die Insel mit Musik. Das Festival Terre de Blues feiert die afrokaribische und afroamerikanische Musik und lockt Besucher aus aller Welt. Der Karneval von Grand-Bourg gilt als besonders heiter und gutmütig, ein Fest, bei dem die ganze Insel auf der Straße steht.
Wer Brennereien besucht, findet in den Läden bei Bellevue und Père Labat Probierangebote und regionale Produkte. Die Besuche sind nach Angaben der Häuser meist ohne Anmeldung möglich und zeigen, wie nahe Rohrfeld, Mühle und Brennhaus beieinander liegen.