
Pepperpot, Black Cake
Essen & Trinkkultur
Zu Weihnachten steht in vielen Häusern Guyanas ein Topf Pepperpot auf dem Herd. Der Eintopf aus Rind, Schwein oder Hammel gilt als Nationalgericht und wird mit Zimt und Cassareep gewürzt. Cassareep ist eingekochter Saft der Maniokwurzel, dunkel, leicht bitter und würzig-süß, und er gibt dem Fleisch Farbe und eine lange Haltbarkeit. Ein reifer Demerara mit Karamell, Zimt und Rauch passt zu dieser Mischung aus Süße und Schärfe.
Alltäglicher ist Cook-up Rice. Reis wird mit Bohnen oder Erbsen, etwas Fleisch, Kräutern und Gewürzen in einem Topf gegart. Das Gericht gilt als Erbe der afroguyanischen Küche und schmeckt kräftig, aber nicht scharf. Dazu passt eher ein Glas Wasser, doch ein leichter weißer Demerara taugt auch im Mischgetränk mit Limette.
Black Cake ist ein dunkler Früchtekuchen, dessen Trockenfrüchte monatelang in Rum oder Wein liegen, bevor sie gebacken werden. Er ist ein Festtagskuchen, den man vor allem zu Weihnachten schneidet. Der Rum darin ist Teil des Rezepts, nicht Beigabe: Er hält den Kuchen feucht und gibt ihm den Geschmack nach Melasse und Gewürz, der auch im Glas eines älteren Demerara steckt.
Die indoguyanische Küche bringt Curry und Roti auf den Tisch, mit Kartoffeln, Kichererbsen und Fleisch. Die Schärfe der Currys verlangt nach Süße und Gewürz, wie sie reifer Rum liefert.
Gefeiert wird mit Musik und Umzügen: Mashramani, das Fest rund um den Republiktag Ende Februar, bringt Musik, Kostüme und Umzüge auf die Straßen von Georgetown. Rumshops, die kleinen Kneipen des Landes, sind Orte für ein Gespräch unter Nachbarn; dort wird Rum eher geteilt als zelebriert.