
Kupfer, Retorte, Marken
Brennen
Sechs kupferne Pot Stills mit doppelter Retorte stehen heute im Brennhaus von Hampden. Die älteste stammt von John Dore und wurde 1960 gebaut, mehrere weitere kamen von Forsyth aus Schottland, eine aus Kentucky und eine von T&T Engineering aus Südafrika. Ein Pot Still ist eine Kesselbrennblase, die immer nur eine Füllung auf einmal brennt.
Die doppelte Retorte macht den Unterschied. Zwischen Blase und Kühler hängen zwei weitere Kessel, in denen der Dampf noch einmal aufgefangen und erneut verdampft wird. So steigt die Stärke schon in einem Durchgang auf hohe Werte, und Aromastoffe wandern fast unverdünnt in das Destillat. Auch Long Pond ist für seine Pot-Still-Brände bekannt.
Aus denselben Blasen kommen Rums sehr unterschiedlicher Esterstärke. Hampden unterscheidet sie mit Kürzeln, den Marques. OWH liegt bei 40 bis 80 Gramm Ester je Hektoliter reinen Alkohols, HLCF bei 400 bis 600, am oberen Ende steht DOK mit 1500 bis 1600. Das ist der höchste Wert, den Jamaikas Regeln für den Export zulassen.
Rum Fire, ungereift und mit 63 Prozent abgefüllt, stammt aus der Marke HLCF. Die ganz hohen Klassen mit Esterwerten von 700 bis 1600 heißen in Jamaika Continental Flavoured. Sie dienen vor allem als Aromarum, der in Europa mit anderen Rums verschnitten oder für Backwaren und Konfekt verwendet wird.
Trinkrum liegt meist weit darunter. Die Jamaika-Herkunftsangabe lässt Pot Stills und Säulen zu, dazu eine Mischung aus beiden; Hampden bleibt beim Kessel. Mehr Ester bedeuten nicht automatisch besseren Rum, sie bedeuten einen anderen Charakter.