
Rote Erde, Rohr
Region & Geschichte
Charanda ist der Zuckerrohrbrand aus Michoacán im Westen Mexikos, und er hat etwas, das man bei Rum selten findet: eine amtlich festgelegte Mitte. Sie heißt Uruapan. Um die Stadt liegen die Felder, aus denen der Brand stammt. Sein Name kommt vom Cerro de la Charanda, einem Hügel mit roter Erde; in der Sprache der Purépecha, des indigenen Volkes dieser Gegend, bedeutet das Wort nach gängiger Deutung rote oder gefärbte Erde.
Zuckerrohr wird hier nach der amtlichen Schutzerklärung seit 1550 angebaut. Im 17. Jahrhundert entstand die Hacienda de Taretán mit einer Rohrmühle, einem trapiche. Später gab es in der Region zehn solcher Mühlen, die Raffinade, Zucker und Piloncillo herstellten, den unraffinierten Rohrzucker in festen Blöcken. Der Zuckeranbau Neuspaniens, wie das koloniale Mexiko hieß, beruhte auf Zwangsarbeit, auch auf der versklavter Afrikaner. Mexiko wurde 1821 von Spanien unabhängig.
Den Herkunftsschutz beantragte die Asociación de Productores de Charanda mit Sitz in Uruapan, erstmals am 22. Februar 2000 und noch einmal am 27. März 2002. Ein Auszug des Antrags erschien am 8. August 2002 im Diario Oficial de la Federación, dem mexikanischen Amtsblatt. In der zweimonatigen Frist ging keine Einwendung ein.
Die Schutzerklärung selbst, unterzeichnet am 12. August 2003, wurde am 27. August 2003 im Amtsblatt veröffentlicht. Inhaber der Bezeichnung ist der mexikanische Staat. Wer sie verwenden will, braucht eine Genehmigung des Patentinstituts IMPI.
Geschützt ist die Herkunft für 16 Gemeinden im mittleren Michoacán, zusammen 8 606 Quadratkilometer. Dazu gehören Uruapan, Tacámbaro, Peribán, Los Reyes, Tancítaro und Taretán. Bekannte Marken sind Tarasco und Uruapan; das Haus Casa Tarasco führt seine Anfänge nach eigenen Angaben auf 1907 zurück. Die Agavenbrände Tequila und Mezcal, die Mexikos Spirituosenruf prägen, erzählt die Tequila-Reise.