
Zucker, Rum, Honig
Region & Geschichte
Rum von den Kanaren hat eine längere Vorgeschichte, als viele vermuten, denn Zuckerrohr wächst auf den Inseln seit dem 15. Jahrhundert. Die ersten Pflanzungen auf Gran Canaria lagen bei Las Palmas, Gáldar und Arucas, später folgten Teneriffa, La Palma und La Gomera. Auch hier arbeiteten versklavte Menschen auf den Feldern und in den Zuckermühlen. Mitte des 16. Jahrhunderts ging der Anbau zurück, weil Zucker aus Santo Domingo den Markt unterbot.
Über die Kanaren führt auch ein Weg in die Karibik. Auf seiner zweiten Reise legte Christoph Kolumbus im Oktober 1493 auf den Inseln an, auch auf La Gomera. Nach der Überlieferung nahm er dort Stecklinge von Zuckerrohr mit, die er auf Hispaniola anpflanzen wollte. Der Antrag auf den Herkunftsschutz des Ronmiel de Canarias führt an, dass die ersten Pflanzen von den Inseln nach Santo Domingo gelangten.
Für das Jahr 1500 nennt die Literatur den ersten auf den Kanaren gebrannten Aguardiente, einen Branntwein, hergestellt von Franziskanermönchen im Konvent von Las Palmas. Industriell gebrannt wurde jedoch erst im zweiten Zuckerzyklus, den der Historiker Luxán Meléndez zwischen 1852 und 1936 ansetzt. Viele Zuckerfabriken wurden damals zu Rumfabriken, weil sich aus der Melasse Branntwein gewinnen ließ.
In diese Zeit fällt die Fábrica San Pedro in Arucas. Nach Angaben des Hauses wurde sie am 9. August 1884 eröffnet; aus ihr gingen die Destilerías Arehucas hervor. Zucker war zunächst das Hauptprodukt, Rum lief nebenher. Seit 2008 steht der Ronmiel de Canarias, ein Likör aus Honig und Rum, als geschützte geografische Angabe im EU-Register. Rechtlich ist er kein Rum, und sein Erzeugerverband hat die Adresse ebenfalls in Arucas.
Ein zweiter Name ist Ron Aldea: Er begann 1936 in Aldea de San Nicolás auf Gran Canaria und wird heute auf La Palma gebrannt.