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Zuckerrohr & Melasse in der Region Gran Canaria & die Kanaren

Rohr, Mühle, Melasse

Zuckerrohr & Melasse

Der Archipel liegt zwischen 27 und 29 Grad nördlicher Breite, etwa auf der Höhe von Florida. Zuckerrohr verlangt Wärme, Sonne und reichlich Wasser, und an den Küsten der Inseln findet es die Wärme fast das ganze Jahr. Wasser ist dagegen knapp, denn die Kanaren sind vergleichsweise trocken. Arucas im Norden von Gran Canaria zählte neben Telde, Bañaderos und Guía zu den Orten, an denen Zuckerrohr angebaut und verarbeitet wurde.

Aus dem Rohr presst die Mühle Saft, den man zu Zucker eindickt. Beim Auskristallisieren bleibt Melasse zurück, ein dunkler, zäher Sirup, der noch Zucker enthält. Auf ihr beruhte der Umbau im 19. Jahrhundert: Viele Zuckerfabriken der Inseln gewannen aus der Melasse Branntwein, und einige wurden ganz zu Rumfabriken. Auch die Fábrica San Pedro in Arucas mahlte Rohr; nach Angaben des Hauses waren es im Jahr 1885 die ersten 5 619 540 Kilogramm.

Anders arbeitet Ron Aldea auf La Palma. Die Brennerei in Los Sauces an der Ostküste nimmt Berichten zufolge frischen Zuckerrohrsaft statt Melasse, und täglich erreichen sie mehr als 8 000 Kilogramm Rohr von Anbauern der Insel. Gegründet wurde die Marke 1936 von Manuel Quevedo Alemán auf Gran Canaria, später zog die Familie nach La Palma um, wo der Zuckerrohranbau noch wenig entwickelt war.

Für das Glas zählt die Wahl des Rohstoffs mehr, als man denkt. Melasse liefert einen runden, oft karamelligen Grundton, frischer Saft eher grasige, pflanzliche Noten. Nach EU-Recht dürfen beide Rum heißen, aber das Wort „agricole“ ist dem Saftrum der französischen Überseedepartements und Madeiras vorbehalten; ein Saftrum von La Palma darf sich so nicht nennen. Madeira und das andalusische Motril, wo ebenfalls Rohr wuchs, haben ihre eigenen Regionen in dieser Reise.

Dazu im Lexikon

Was Rhum agricole ausmachtWie viel Zucker im Rum steckt
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Bilder mit KI erstellt · Texte KI-gestützt, redaktionell geprüft