
Roti, Doubles, Punch
Essen & Trinkkultur
Auf Trinidad beginnt der Tag oft mit Doubles, und zwar am Straßenrand. Zwei weiche, frittierte Fladen, Bara genannt, umschließen Kichererbsen in Currysauce, dazu kommen Tamarindensauce, Gurkenchutney und scharfe Pfeffersauce. Es ist das ikonische Straßengericht der Insel und zeigt, wie stark die Küche von den indischen Vertragsarbeitern geprägt wurde.
Roti ist das nächste große Gericht: ein dünnes Fladenbrot, entweder als Dhalpuri mit gemahlenen Erbsen gefüllt oder als Paratha, die beim „Buss up Shut“ zerrissen wird. Dazu gibt es Curry mit Huhn, Rind, Ziege oder Garnelen, außerdem Kartoffeln und Gemüse. Wer das Brot reißt und in die Sauce taucht, isst es so, wie es gedacht ist.
Pelau ist ein Eintopf aus Reis, Taubenerbsen und Fleisch, das zuerst in karamellisiertem Zucker angebraten wird und mit Kokosmilch und Gewürzen gart. Bake and Shark, frittierter Hai im Brötchen, gehört zur Küste. Alle drei Gerichte sind kräftig, süßlich-würzig oder scharf, und genau das gibt dem Rum eine Aufgabe.
Warum passt Rum dazu? Der braune Zucker im Pelau und das Karamell eines gereiften Rums spielen mit derselben Note, während Curry und Pfeffersauce etwas Rundes neben sich brauchen. Das ist Geschmackslogik, keine Regel, und so etwas wie ein Standard-Pairing gibt es auf der Insel nicht, wohl aber eine Tradition, zu Essen und Gesprächen Rum zu servieren.
Rumshops, die kleinen Kneipen der Insel, sind Treffpunkte für Gespräche, Spiele und Essen. Zum Rum Punch gehört nach Inselart oft ein Spritzer Angostura Bitter und frisch geriebene Muskatnuss. Der Karneval fällt in die Tage vor Aschermittwoch: Am Montag beginnt vor Sonnenaufgang J’ouvert, danach folgen Kostümumzüge, Soca und Steelpan, das Metallfass-Instrument, das auf Trinidad entstand.