
Insel-Grundwein
Grundwein & Cuvée
Ein tasmanischer Schaumwein beginnt als stiller Wein, den man Grundwein nennt. Die Trauben werden früh gelesen, damit die Säure hoch und der Alkohol niedrig bleibt, und dann schonend gepresst. Der Saft der ersten Pressung gilt als der feinste und heißt Cuvée, der Rest ist die Taille, die kräftiger, aber gröber ausfällt. Jedes Haus entscheidet, wie viel von beidem in den Wein kommt.
Im Winter danach beginnt die Assemblage, das Mischen der Grundweine. Aus Chardonnay, Pinot Noir und gegebenenfalls Meunier, aus verschiedenen Parzellen und manchmal aus mehreren Jahrgängen entsteht der Stil des Hauses. Ältere Weine, die man dafür zurückgehalten hat, heißen Reserveweine. Sie geben einem Wein ohne Jahrgang seinen gleichbleibenden Charakter. Jansz nennt seine Linie „Premium Cuvée“ und „Premium Rosé“. Bay of Fires füllt eine „Tasmanian Cuvée Brut“ und eine „Cuvée Rosé“ ab. Der erste Wein von Jansz war ein Jahrgangs-Schaumwein: die Vintage Cuvée 1989.
Jahrgang gegen ohne Jahrgang: Ein Wein mit Jahrgang stammt aus Trauben eines einzigen Jahres, was bedeutet, dass die Jahresbedingungen spürbar sind. Der Wein ohne Jahrgang mischt dagegen Jahre, um jedes Jahr denselben Hausstil zu treffen.
Bemerkenswert ist, wohin die Grundweine gehen. Nach Berichten besitzen viele Betriebe vom Festland eigene Kellerräume auf der Insel, um dort die Grundcuvée zu machen und anschließend in die Hauptkellerei zu transportieren. Domaine Chandon und der Konzern, der Arras und Bay of Fires herstellt, haben ihre Grundweine nach diesen Berichten seit Jahren aus Tasmanien bezogen. Chandon ist die australische Tochter von Moët & Chandon, Teil von LVMH. Das zeigt, wie begehrt die Säure der Insel ist.
Wer die Frage stellt, was Blanc de Blancs von Blanc de Noirs unterscheidet: Blanc de Blancs besteht nur aus weißen Trauben, bei Schaumwein also aus Chardonnay. Blanc de Noirs stammt aus roten Trauben, hier aus Pinot Noir oder Meunier, mit hellem Saft gepresst. Beides lässt sich auf der Insel aus eigenen Trauben herstellen.