
Chardonnay, Pinot, Meunier
Rebsorten
Chardonnay, Pinot Noir und Pinot Meunier sind die Sorten, auf die Tasmaniens Schaumweinhäuser setzen. Bei Jansz stehen nach Angaben des Hauses Chardonnay und Pinot Noir, bei Clover Hill auf gut 23 Hektar alle drei. Das ist dieselbe Dreiergruppe wie in der Champagne, nur auf der anderen Seite der Erde.
Warum gerade diese? Pinot Noir bringt Körper und rote Frucht, ohne dass der Wein rot wird, denn die Trauben werden so gepresst, dass der Saft hell bleibt. Chardonnay liefert Frische, Zitrusfrucht und Spannung. Pinot Meunier ist die weichere, fruchtigere Sorte, die einer Cuvée Rundheit gibt und früh Aroma zeigt. Zusammen ergibt das einen Wein, der jung lebendig ist und mit Zeit auf der Hefe breiter wird.
Pinot Noir ist die wichtigste Sorte der Insel, auch außerhalb des Schaumweins. Nach den Berichten von Wine Tasmania standen in den Jahren 2012 und 2013 gut 600 Hektar tragende Pinot-Noir-Reben im Ertrag, dazu gut 300 Hektar Chardonnay. Chardonnay hat demnach etwa halb so viel Fläche wie Pinot Noir, aber ein größerer Teil davon fließt in Grundweine für Schaumwein. Die Zahlen sind aus den frühen 2010er-Jahren und seitdem gewachsen.
Wichtig für das Verständnis: Der Weinberg ist hier meist nicht die Antwort auf eine Frage nach der Lage, sondern nach der Sorte. Ein Haus entscheidet, wie viel Pinot Noir im Verschnitt steckt, und damit, ob der Wein eher auf Struktur oder auf Eleganz zielt. Für Rosé spielt Pinot Noir die Hauptrolle. Jansz und Bay of Fires haben je eine Rosé-Cuvée im Programm, und Rosé entsteht dabei aus dem roten Pinot Noir.
Eine Besonderheit der Insel ist, dass die Trauben nicht allein für die Häuser vor Ort wachsen. Auch Kellereien auf dem Festland beziehen Grundwein von hier, doch davon handelt die nächste Station.