
Flasche statt Tank
Die zweite Gärung
Tasmanischer Schaumwein von den bekannten Häusern entsteht durch Flaschengärung, die in Australien meist „Méthode Traditionnelle“ genannt wird. Clover Hill im Nordosten und Jansz am Pipers River gehören zu den Häusern, die Schaumwein nach dieser traditionellen Methode machen. Clover Hill füllt nach Angaben des Weinführers Wine Companion ausschließlich so ab. Tankgärung, bei der die zweite Gärung in einem großen Edelstahltank stattfindet, gehört nicht zum Bild der hier vorgestellten Marken.
Der Ablauf ist der klassische: Zum fertigen Grundwein kommen Zucker und Hefe, die sogenannte Fülldosage oder Tirage. Dann wird die Flasche mit einer Kapsel verschlossen und liegt waagerecht. Die Hefe verarbeitet den Zucker zu Alkohol und Kohlensäure, und die Kapsel hält das Gas in der Flasche. Es löst sich im Wein und bildet später die Perlen.
Dabei baut sich im Inneren ein Druck von rund sechs bar auf, etwa das Dreifache eines Autoreifens. Deshalb sind Schaumweinflaschen aus dickem Glas und haben einen tiefen Boden.
Für den Weinhandel wichtig: Auf Etiketten für den europäischen Markt darf „traditionelle Flaschengärung“ nur stehen, wenn der Wein mindestens neun Monate im selben Betrieb auf der Hefe lag und aus derselben Flasche degorgiert wurde. Der Begriff „Champagnermethode“ ist außerhalb der Champagne nicht erlaubt. Die Herkunftsangabe Tasmanien selbst schreibt nach Branchenangaben weder Methode noch Lagerzeit vor. Das regeln die Häuser selbst.
Der Steckbrief unten zeigt zwei typische Stile von der Insel mit Spannen, die als Orientierung dienen. Die Mindestdauer von neun Monaten stammt aus der EU-Regel, die tatsächliche Lagerzeit liegt bei den Spitzenweinen deutlich höher.
Tasmanien Brut CuvéeFlaschengärung · Chardonnay, Pinot Noir, Pinot Meunier
- Hefelager
- 9–36 Monate
- Zucker
- 0–12 g/l
- Alkohol
- 11,5–12,5 % vol
Straffe Säure, Zitrus und Apfel, mit Zeit auf der Hefe Brioche.